"Drei Damen" begeistern bei Freunden der Kunst
Glocken und Zimbeln grooven

Ein Highlight im Programm der Freunde der Kunst war das Konzert des Jazz-Trios "Die Drei Damen". Christiane Öttl, Lisa Wahlandt und Andrea Hermenau (von rechts) begeisterten das Publikum im Pfarrheim. Bild: weu
Kultur
Oberviechtach
07.07.2017
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Sie gelten als bayrisches Fräuleinwunder des Jazz. Mit dem Auftritt der "Drei Damen" haben die Freunde der Kunst wieder einmal eine herausragende Musikgruppe engagiert.

Wie Monika Krauß bei der Begrüßung der Gäste im Pfarrheim ausführte, entstand das Programm "Träum weiter" auf einer Reise nach Südfrankreich, wo die drei Musikerinnen im Flair der Cote d'Azur der Fünfziger Jahre hängen geblieben sind. Wünsche, Träume, Wahres und Verborgenes, Echtes, Gelebtes und Gespieltes, all das findet man in den deutsch- und bayrischsprachigen Eigenkompositionen, die alle mit dem Jazz verwandten Musikstile präsentieren.

Von Anfang an trat "Frontfrau" und Sängerin Lisa Wahlandt, die in Linz, Manhattan und San Francisco Jazz und Contemporary (zeitgenössischer Tanz) studiert hatte, in Kontakt mit dem Publikum und zog es mit ihrer sympathischen Art in den Bann. Kongenial ergänzt wurde sie von Andrea Hermenau an Flügel und E-Piano, die den Landeswettbewerb "Jugend jazzt 2002" gewonnen hat. Mit Stehbass und Bassgitarre sorgte Christiane Öttl meisterlich für den passenden Groove. Sie ist Dozentin beim Landes-Jugendjazzorchester Bayern und eine witzige Multiinstrumentalistin. Mit Glockenspiel, Kalimba und Meditationszimbeln aufgerüstet, präsentierte das Trio Lieder wie "I dad scho meng", "Stückerl vom Paradies" und "So samma im Sommer".

Natürlich durfte das "Liebeslied an die Cote d "Azur" nicht fehlen. Mit "Sternenhimmel", das einst Hubert Kah (Neue Deutsche Welle) gesungen hatte, animierten die Musikerinnen das Publikum zum Mitsingen und begaben sich in die jazzige Brandung des Blues mit all seinen Klischees. Philosophisch sinnierende Abhandlungen über "s'Lebn" wechselten sich mit dem Wunsch "Wenn ich reich wär" ab und mündeten in "Warten", einer echten Jazzballade voller Sehnsucht und Melancholie.

"Männer", die Cover-Version von Herbert Grönemeyers Song, passte hervorragend zu den "Drei Damen". Mit einem prägnanten Piano und coolem Bass-Groove zogen die charmanten Musikerinnen alle Register.

Unbeschwerte, aber anspruchsvolle Unterhaltung, mit selbstironischem Charme dargeboten, erzeugte eine fast erotisch faszinierende Atmosphäre. Nach zwei Zugaben und langem Applaus verabschiedete Monika Krauß die Künstlerinnen mit Bordeaux-Wein und dem Versprechen, sie ein weiteres Mal in Oberviechtach zu engagieren.
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