13.06.2017 - 17:50 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Festspielpremiere in Oberviechtach Eisenbarth praktiziert wieder

Festspiele leben vom Wandel, denn Neuerungen bringen Spannung in das Spielgeschehen. In diesem Jahr warten die Theatermacher gleich mit mehreren Überraschungen auf. Nach der Premiere gibt es noch fünf Aufführungen.

Der "arme Heiler" Eisenbarth wird unter den Schmähungen der konkurrierenden Scharlatane von den Schergen verhaftet. Bilder: lg (2)
von Georg LangProfil

Die Festspielzeit in Oberviechtach ist angebrochen. Am Mittwoch findet die Generalprobe für die szenische Wanderung mit den sechs Stationen statt und am Donnerstag (Fronleichnam) um 20 Uhr steigt die Premiere für das Doktor Eisenbarth-Festspiel, das bereits in die 16. Spielrunde geht.

Neunburgs Bürgermeister Martin Birner hat im Jubiläumsjahr der Pfalzgrafenstadt die Schirmherrschaft für das Oberviechtacher Festspiel übernommen und bringt damit die gut nachbarschaftlichen Beziehungen der beiden Städte zum Ausdruck. Er wird sich bei den Premierenfeierlichkeiten auf dem Marktplatz auch in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Der Premierentag beginnt mit dem Empfang des Schirmherrn kurz nach 18 Uhr auf dem Marktplatz durch Bürgermeister Heinz Weigl sowie Festspielleiter Martin Zimmermann mit seinem Ensemble. Eingebettet ist diese Feier in ein barockes Treiben mit Akrobaten, Musikanten und Sängern, die auch vor jeder der sechs Aufführungen aktiv werden.

Figuren des Spottliedes

Eine besondere Attraktion ist Florian Waldherrs Marionettentheater, in dem die Figuren des Spottliedes für manche Überraschung bei den Zuschauern sorgen werden. Das imposante Puppentheater bietet köstliche Unterhaltung, bevor das eigentliche Spiel mit der ersten Szene auf dem Marktplatz beginnt. Hier taucht Eisenbarths Geist auf und weist die Göttinger Studenten, die in ihrer Trinkfreude das Spottlied kreieren, in die Schranken. Er leitet über zur Taufgesellschaft, die aus der Stadtpfarrkirche vor das versammelte Publikum hintritt. In der nächsten Station verlagert sich das Geschehen zum Rathausplatz, der rundum mit Bühnen ausgestattet ist. Hier ist der Zuschauer mittendrin im Geschehen, so wie es sich die Theatermacher des neu konzipierten Spiels wünschen. Die Scharlatane lassen die Barockzeit hochleben, wenn sie unter der Regie von Michael Eckl ein Feuerwerk an pseudowissenschaftlichen Absurditäten und Heilmethoden entwickeln und hierbei immer den eigenen Geldbeutel vor Augen haben.

Neue Szene

Eine Überraschung bietet die heuer neu in das Spiel aufgenommene Szene "Der Feldscher", wo sich Eisenbarth als erfolgreicher Operateur erweist. Das Bühnenbau-Team von Erwin Zimmet errichtet beim Museum ein imposantes Feldlager, wo der landgräfliche Hauptmann auf die Amputation seines Beins wartet. Doch statt der Amputation entfernt Eisenbarth die Musketenkugel operativ - ein unerwarteter Erfolg sowohl für die skeptischen Militärs und erst recht für die anwesenden Quacksalber, die auch in dieser Szene noch auf Eisenbarths Fall gewartet hätten. Dem prunkvollen Einzug Eisenbarths (Tobias Ehrenfried) und seines Gehilfen Martius (Tobias Heindl) auf dem Marktplatz steht nun nichts mehr im Weg.

Die Schlussszene ist geprägt von einer beeindruckenden akrobatischen Leistung der OGO-Gauklertruppe unter der Leitung von Michael Teplitzky. Die Trommler und Bläser des Kolping-Spielmannszugs sorgen unter der Leitung von Reinhard Lößl für die musikalische Animation.

Termine und Karten

Die Premiere findet an Fronleichnam (Donnerstag, 15. Juni) um 20 Uhr statt. Weitere Aufführungen sind Samstag, 17. Juni, um 15 Uhr und um 20 Uhr. Das zweite Spielwochenende eröffnet am Freitag, 23. Juni, 20 Uhr, gefolgt von zwei weiteren Darbietungen am Samstag, 24. Juni um 15 Uhr und um 20 Uhr. Neben Karten an der Abendkasse gibt es nähere Informationen und Karten über die Homepage der Stadt unter www.oberviechtach.de oder unter Telefon 09671/30713. Die Eintrittskarte kostet 13 Euro, es gibt aber auch ein Familienpaket bzw. Ermäßigungen für Jugendliche und Schwerbehinderte. Den Aufführungen geht jeweils ein barockes Markttreiben voraus. (lg)

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