Meuterei in der WG

Kultur
Oberviechtach
29.12.2016
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Dass aller guten Dinge drei sind, hat sich auch bei der Premiere von "Be(t)reutes Wohnen" bewahrheitet. Unter die Zuschauer bei diesem Theaterstück der Kolpingbühne hatte sich ein besonders sachverständiger Gast gemischt.

Schon die beiden früheren Stücke von Wolfgang Bräutigam aus Grafenwöhr, "Urlaub auf Balkonien" und "Vorsicht bissiger Hund", waren große Erfolge. Mit dem Stück "Be(t)reutes Wohnen" hat der Autor noch eins draufgesetzt.

Weihnachten ohne die Kolpingbühne ist für viele Oberviechtacher und Fans aus der Region kein richtiges Weihnachtsfest. Dass das weiter so bleibt, untermauerten zwölf Darsteller, die einmal mehr ein Feuerwerk an Spiellaune abbrannten und reihenweise für Szenenapplaus sorgten.

Auch der Überraschungsgast der Premiere, Autor Wolfgang Bräutigam, war von der Art, wie gut auch dieses Stück von den Darstellern der Kolpingbühne wieder in Szene gesetzt wurde, begeistert. Er genoss es, wie gut das "Be(t)reute Wohnen" bei den Zuschauern ankam.

Schon am Beginn des Stückes hadern die Männer in der Wohngemeinschaft (WG) im Betreuten Wohnen damit, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes das "schlechtere Los" gezogen haben: Während sie die "niedrigen Haushaltsdienste" verrichten müssen, legen die Damen der WG die Beine hoch, lästern über die Arbeit der Männer und freuen sich diebisch darüber, dass bei der Arbeitsteilung die männlichen Bewohner den Kürzeren gezogen habten. Die sonst so schlauen Mannsbilder waren beim Losen einem Trick aufgesessen.

Stimmgewaltig triumphiert Emmi Kaiser, die mit ihrem Ehemann in der WG wohnt und ihn gern rumkommandiert. In Sachen Stimme kann aber auch "Schwie(rigkeits)germutter" Luise Schmidt-Heimann gut mithalten, die sich ein wenig als Moralapostel sieht und darüber wacht, dass ja die Heim-Regeln bis ins Detail hinein eingehalten werden. Wenn so viele "reifere" Damen in einem Raum beisammen wohnen, kann es nicht ausbleiben, dass sie versuchen, die Männer "unterzubuttern", doch die beginnen auf ihre Art, sich das Leben in der WG ein wenig schöner zu gestalten. Das führte natürlich im Rahmen des "Selbstschutzes" zu Intrigen und Verwirrungen, bei denen das Zwerchfell der Theatergäste arg strapaziert wurde.

Dafür sorgen auch zwei "Susis", die sich nur vom Geschlecht her ein wenig ähnlich sind sowie die "Mannsbilder", die das WG-Dilemma so keinesfalls länger hinnehmen wollen.

Für große Heiterkeit sorgte auch der der fließenden Sprache nicht mächtige Dieter Erdmann, der seiner Susanne nicht mehr traut. Hier kommt auch noch eine Mehrlingsschwangerschaft ins Spiel. Das Stück wird noch heute und am Sonntag, jeweils um 19 Uhr und am Sonntag auch um 14.30 Uhr aufgeführt, wozu es an der Abendkasse noch einige Karten gibt.
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