16.06.2017 - 15:58 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Premiere des Doktor-Eisenbarth-Festspiel gelungen Keine Scheu vor Dramatik

Ein Feuerwerk an Skurrilitäten sieht die Dramaturgie beim "Jahrmarkt der Scharlatane" vor. Auch die weiteren Szenen des neu konzipierten Festspiels ziehen das Publikum in ihren Bann. Heute wird gleich zweimal praktiziert.

Aderlass als Allheilmittel bietet Meister Olearius (Andreas Fleischer) an, Hauptsache der Patient (Dietmar Köhler) bezahlt. Bilder: lg (4)
von Georg LangProfil

Die szenische Wanderung mit insgesamt sechs Schauplätzen macht die Zuschauer des Doktor-Eisenbarth-Festspiels zu Mitgliedern seines Trosses. Bei herrlichem Frühsommerwetter ging an Fronleichnam eine rundum gelungene Premiere über die Bühnen, wobei ein effektives Zusammenspiel des über Teams (rund 100 Personen) vor und hinter den Kulissen deutlich wurde. Am Samstag gibt es um 15 Uhr und um 20 Uhr eine Vorstellung; Karten an der Abendkasse.

Den Göttinger Studenten (Andreas Fleischer, Sandro Bauer) und Eisenbarths Gehilfen Martius (Tobias Heindl) gelang als Zeremonienmeister die Einbeziehung des Publikums. Festspielleiter Martin Zimmermann, Regisseur Michael Eckl und Florian Waldherr als "Vater" des Marionettenspiels, hatten den Mut, mit einer Vielzahl von Veränderungen das Doktor-Eisenbarth-Festspiel für den Zuschauer noch näher und erlebbarer zu machen. Die Neuausrichtung der Inszenierung wurde in diesem Jahr unter anderem mit der Szene "Der Feldscher" noch weiter entwickelt. Neben der Wanderung zu den Stationen der Altstadt, mit dem Marktplatz als Start- und Endpunkt, kam vor allem die Steigerung des Unterhaltungswerts gut an.

Wenn die Scharlatane Meister Abramo (Florian Waldherr), Meister Olearius (Andreas Fleischer) und Meister Casco (Ludwig Berger junior) ihre pseudowissenschaftlichen Heilversuche anstellen, dann geht die Dramaturgie schon hart zur Sache. Dem Metzger Casco stirbt der Patient und der Aderlassgelehrte hat nur sein Honorar im Blickfeld. Viel Blut fließt auch beim Einsatz Eisenbarths (Tobias Ehrenfried) im Feldlager, wo er dem landgräflichen Hauptmann (Martin Buczek) eine Musketen-Kugel aus dem Bein entfernt. Ziel der Inszenierung ist es aber auch, die historische Authentizität zu wahren.

Denn neben all den barocken Elementen - bis hin zum Auftritt einer vermeintlichen Pestkranken - gelingt es, die außergewöhnliche medizinische Kunst Eisenbarths herauszustellen, was beispielsweise auch in der Heilung des am grauen Star erkrankten Ratsherrn Rothenbach (Dr. Peter Graf) deutlich wird.

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