28.11.2017 - 17:46 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Siegfried Bräuer referiert über "Museumspädagogik" Bildungsarbeit auf hohem Niveau

Ein Museum ist mehr als ein Ort der Aufbewahrung. Wenn man das Interesse für Geschichte wecken will, kommt es auf die individuelle Betreuung an. Der letzte Vortrag im Jubiläumsjahr des Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseums hat deshalb die "Museumspädagogik" zum Thema. Referent ist ein ehemaliger Schulleiter.

Der Vorsitzende des Museumsvereins, Wilfried Neuber, bedankte sich beim Referenten Siegfried Bräuer (rechts) auf humorvolle Art. Dieser verteidigte den Beweis, dass Pädagogik keinesfalls nur ein trockenes Wort eines "Schulmeisters" ist. Bild: bgl
von Ludwig BergerProfil

"Ein Museum heute ist eine individuelle Betreuung der Besucher." Mit dieser Feststellung eröffnete Museumsleiter Karl-Heinz Foißner den Vortragsabend zum Thema "Museumspädagogik" von Siegfried Bräuer. Dieser hat sich als Rektor a.D. und langjähriger Mitarbeiter im Heimatkundlichen Arbeitskreis und Museumsverein großes Wissen angeeignet.

Themen zeigen Wirkung

Zum Eröffnungsvortrag am 15. März reiste eigens die Leiterin nichtstaatlicher Museen in Bayern Dr. Astrid Pellengahr nach Oberviechtach. Sie stellte damals fest: "Das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum ist eine außerordentliche Leistung mit enormer Wirkung weit über Oberviechtach hinaus." Mit diesem Lob verknüpfte Siegfried Bräuer die Geschichte des Museums, aber auch die Originalität und den Facettenreichtum der Themen ineinander.

Das Jahrespaket beinhaltete Themen mit Tiefenwirkung zum perspektivischen Ausloten, um und so die Inhalte zu einer überaus spannenden Erfahrung zu machen. Zunächst aber erklärte er die Definition "Museumspädagogik" und was ein Museum laut Darstellung des internationalem Museumsrats ist: "Es ist eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienst der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zweck des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt." "Das Exponat ist Ausgangspunkt jeder Bildungs- und Vermittlungsarbeit", betonte Bräuer. Vergleiche man das alte Heimatmuseum (1987 bis 2005) mit dem Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum (ab 2006), so seien die Unterschiede offensichtlich.

Der Besucher begegnet sechs thematisch unterschiedlichen, räumlich getrennten Abteilungen, deren Themen für sich in Anspruch nehmen, die Kriterien "regional typisch" und "Alleinstellungsmerkmal" zu erfüllen. Diese Kriterien gelten uneingeschränkt für die Themen Doktor Eisenbarth, Handwerk und Hausnamen, Oberviechtach und Haus Murach sowie Dr. Max Schwarz. Überschneidungen mit anderen überörtlichen Museen, wie sie sich mit den Themen Gold und Hinterglasmalerei ergaben, wurden dadurch gelöst, dass jeweils das regionaltypische Profil stark herausgearbeitet wurde. Gerade was die Goldabteilung betrifft ist dies offensichtlich. Die Region betreffende Belege, ob Abbauspuren im Gelände, Goldfunde vor Ort - jüngste Forschungsergebnisse dokumentieren äußerst anschaulich den Goldabbau im Raum Oberviechtach.

Modern und aktuell

Zusammenfassend könne man von modern, aktuell und fortschrittlich, somit auch von zeitgemäß sprechen, was den Aufbau, die Organisation und die Umsetzung betrifft. Diese Aussage gelte für das Museum in seiner Gesamtheit und somit auch für dessen Museumspädagogik im Sinne von Bildungs- und Vermittlungsarbeit. "Die Museumspädagogik gegen das Gesamtkonstrukt Museum abzugrenzen, macht wenig Sinn", bekräftigte Siegfried Bräuer. Zu sehr seien Museum und Kulturvermittlung ineinander verknüpft. Museumspädagogik beginne mit einem einzelnen Exponat. Es zu präsentieren sei immer mit einem pädagogischen Auftrag im Sinne von Bildung verbunden.

Dass Bildungsarbeit im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum Oberviechtach auf hohem Niveau geleistet wird, dafür sollte mit diesem Vortrag der Beweis angetreten werden, so Bräuer. Dass dafür auch öffentliche Anerkennung gezollt wird, bestätige die zweimalige Aufnahme des Museums in den Kalender der Landesstelle für nichtstaatliche Museen.

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