29.08.2014 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Besichtigung der Biogasanlage endet mit Erlebnisführung durch den Bauernhof Im Kuhstall gibt's Nachwuchs

Zur Besichtigung eines Erlebnisbauernhofs mit Biogasanlage wurde kürzlich im Ferienprogramm der Stadt eingeladen. Ganz unbeabsichtigt wurde daraus ein richtiges Erlebnis. Denn kaum waren die Besucher eingetroffen, brachte eine Kuh ein Kälbchen zur Welt und wenig später ergänzte eine weitere Mutterkuh die Zahl der Stallbewohner.

Betriebsinhaber Johannes Hösl (vorne, Mitte) erklärte die Funktion der unterschiedlichen Behältnisse und Gerätschaften der Biogasanlage. Bilder: bgl (2)
von Ludwig BergerProfil

Betriebsinhaber Johannes Hösl in der Ortschaft Hof bei Oberviechtach begrüßte die Teilnehmer der Besichtigungstour auf seinem Bauernhof und stellte zunächst den Milchviehbetrieb vor, den er im Jahr 2009 mit einer 190 KW Bioenergieanlage ergänzte.

Gärprozess

"Biogas entsteht durch Vergärung" erklärte Hösl. Damit ist der mikrobiologische Abbau von organischen Stoffen in feuchter Umgebung zu verstehen. Dieser Prozess muss bei vollkommenem Ausschluss von Sauerstoff geschehen. Das Funktionsprinzip einer Biogasanlage beruht darauf, dass ein kontrollierter biologischer Zersetzungsprozess (Faulung/Gärung) im vierstufigen Ablauf in Gang gesetzt wird. Dadurch wird die organische Biomasse hauptsächlich in die Bestandteile Wasser, Kohlendioxid und Methan umgewandelt. In dieser Anlage verarbeitet er ausschließlich nachwachsende Rohstoffe, wie zum Beispiel aus dem Gras- und Maisanbau sowie Gülle. Hösl erzeugt damit Strom und Wärme, wobei der Wärmeanteil überwiegt.

Wärme fürs ganze Dorf

Mit dieser Wärme, die eigentlich nur als Abfallprodukt bei der Stromerzeugung entsteht, beliefert er die gesamte Ortschaft Hof. Zusätzlich wird mit der überschüssigen Abwärme eine große Heutrocknungsanlage betrieben. "Die besten Sachen werden damit erhalten" betont Johannes Hösl, denn auf diese Weise ergibt sich der Vorteil für seinen Rinderbestand, dass die wertvollen Pflanzenteile vollständig im Futter erhalten bleiben und dadurch den Milchkühen weniger Kraftfutter bei gleicher Milchleistung zugefüttert werden muss. Beim Rundgang durch den stattlichen Bauernhof erklärte der Betriebsinhaber neben der Funktionsweise und Wirtschaftlichkeit der Hightech-Anlage auch den übrigen Betriebsablauf, der vor allem für Insider und Kenner eines Bauernhofs viele Neuigkeiten präsentierte.

Auch für die Kinder gab es viel Interessantes zu bestaunen. Denn nicht nur das schwarzgefleckte neugeborene Kälbchen, um das sich die Mutterkuh liebevoll kümmerte zog das Interesse vor allem der jungen Besucher auf sich, sondern auch eine Bruthenne mit ihren Küken dürfte von vielen Besuchern als ein selten gewordenes Naturereignis eingestuft worden sein. Für die jüngsten Gäste standen mehrere Bobbycars für rasante "Pflasterfahrten" bereit.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp