21.02.2004 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Den Maschkerern aus Pullenried und Umgebung stehen bis Aschermittwoch noch harte Tage bevor Mit "Ausackern" zum Faschingsendspurt

von Christof FröhlichProfil

Dass die Frauen auf offener Straße (eine ganz kleine) Tracht Prügel beziehen und sogar der Bürgermeister "ein paar derwischt", das gibt es wohl nur in der Faschingshochburg Pullenried.

Hier geht es traditionell mit dem "Ausackern" des Faschings am "naschn Pfinsta" in den Faschingsendspurt, und den Maschkerern aus Pullenried bis hinter nach "Ziegenheim" stehen dabei harte Tage und noch härtere Nächte bevor.

Die Bevölkerung, einschließlich Bürgermeister Wilfried Neuber, hatte sich am frühen Donnerstagnachmittag vor dem Gasthaus Irlbacher eingefunden und wartete auf die "Ausackerer", die allerlei Ackergeräte im Gefolge hatten.

Zuerst kam ein Pferdegespann mit einem ganz normalen Pflug, dem im kleinen Pullenrieder Faschingszug ein Bulldog mit vielen Maschkerern darauf folgte. Ein Gaul mit einer Egge soll vielleicht die Faschingswogen glätten, dann folgte schon der traditionelle Drehpflug, auf dem die "Rußerer" mit schwarz gefärbten Gesichtern ihr Unwesen trieben.

Auf der Dorfkreuzung vor dem Gasthaus Irlbacher legten die Gardemädchen der AWO-Tanzgruppe "Grün-Weiß" trotz großer Kälte einen flotten Gardetanz auf die Straße, was mit dem Beifall der Zuschauer, aber auch mit Getränken vom Gasthaus Irlbacher und einer großen Portion Faschingskrapfen aus dem Gemischtwarengeschäft Wolf belohnt wurde.

Die Hexen nutzten die Ackerpause, um sich einige Frauen und sogar den Bürgermeister zu greifen, um sie, für was auch immer, "kräftig auszukehren". Weiter ging es bis zum Anwesen Koch, wo die Familie Koch wieder ein herrliches Büfett mit Kaffee und Kuchen, aber auch mit heißen Würstln für die Akteure vorbereitet hatte. Nach einem Abstecher bis zum Gasthaus Greber ging es wieder zurück zum Gasthaus Dobmeier, wo sich die "Grün- Weißen" zum Sturm auf das Oberviechtacher Rathaus fertig machten.

Dann gönnten sich die "Rußerer" eine Pause, bis sie am späten Abend beim "Weiberfasching" im Gasthaus Greber die "Weiber" kräftig mit ihren rußigen Gesichtern einreiben, um sie anschließend zu einem "Versöhnungsschnaps" in die Bar einzuladen.

Von Sonntag bis Dienstag folgen dann "beim Wirt" die drei tollen Tage, bis dann am Aschermittwoch wieder alles vorbei ist.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.