14.11.2013 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Eisenbarth-Symposium: Vorträge rücken Mediziner und Pharmazeuten in den Fokus Als Operateur sehr geschickt

Nach den Vormittags-Vorträgen über die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte Doktor Eisenbarths sowie seine Stellung in der Medizingeschichte stand beim medizinhistorischen Symposium bei den Referaten am Nachmittag der Blick auf den Mediziner und Pharmazeuten Eisenbarth auf dem Programm.

Dieses Bild im Museum in Magdeburg zeigt David Georg von Graevenitz (1680 bis 1757). Im Jahr 1716 operierte Eisenbarth den Offizier des preußischen Königs Friedrich Wilhelm und rettete ihm nicht nur das Augenlicht, sondern vielleicht sogar das Leben.
von Autor SLUProfil

Den Anfang machte Dr. Manfred Jähne aus Schneeberg mit dem Thema "Eisenbarth als Okulist". Auf der Grundlage der Darstellung bei Georg Bartisch (1583) gab der ehemalige Chefarzt der Augenklinik am Klinikum Aue/Sachsen einen Überblick über den Starstich zur Zeit des Barock, der einen Schwerpunkt des Tätigkeitsfeldes des Handwerkschirurgen Eisenbarth bildete.

Augenlicht gerettet

Dessen herausragende Operation war jene des Oberstleutnants David Georg von Graevenitz im Jahr 1716, bei der er dem Offizier des preußischen Königs Friedrich Wilhelm nicht nur das Augenlicht, sondern vielleicht auch sogar sein Leben rettete. Dieser Erfolg brachte ihm den Titel "Königlich Preußischer Hofrat und Hofokulist" ein.

Mit eindrucksvollen Bildern aus mehreren historischen Werken, unter anderem Johannes Scultetus (1666), beleuchtete Dr. Christoph Weißer, Unfallchirurg am Universitätsklinikum Würzburg und Medizinhistoriker, die Rolle Eisenbarths als Bruch- und Steinschneider. Dabei ging er auch auf die diesbezüglichen Aussagen in der Lizentiats-Arbeit von 1713 von Eisenbarths Sohn Johann Michael sowie des Chirurgieprofessors Lorenz Heister in dessen Werk von 1753 ein. Beide liefern ein authentisches und sehr aussagekräftiges Bild der Operationstechniken und des Könnens von Johann Andreas Eisenbarth.
Die zwei Experten waren sich darin einig, dass es sich bei Doktor Eisenbarth um einen ausgewiesenen Fachmann auf seinem Gebiet handelte, einen geschickten und sorgfältig vorgehenden Operateur, den eine hohe Kompetenz und eine geringe Komplikationsrate auszeichneten. Was besonders hervorgehoben wurde, war die Nachsorge seiner Patienten.

Arzneimittel vertrieben

Für den kurzfristig erkrankten Dr. Dr. Thomas Richter, Apotheker und Germanist aus Würzburg, referierte Museumsleiter Dr. Karl-Heinz Foißner anhand der Unterlagen des vorgesehenen Vortragsredners über "Eisenbarth als Pharmazeut".

Dabei wurden Eisenbarths Strategie und Seriosität bei der Herstellung und dem Vertrieb von Arzneimitteln auf der Grundlage der ihm erteilten Privilegien betont, wodurch er zu einem geschäftstüchtigen und erfolgreichen Unternehmer wurde. Sein 1703 in Magdeburg erworbenes Anwesen "Zum goldenen Apfel" wird allgemein als "erste Arzneimittelfabrik in Deutschland" bezeichnet.

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