03.09.2014 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Festspiel-Vorsitzender Manfred Beer gibt am 5. September sein Amt ab - Besuch in Viechtach Generationswechsel steht bevor

Überaus erfreulich ist die Tatsache, dass im 13. Aufführungsjahr die Festspiele zu Ehren des wohl berühmtesten Sohnes von Oberviechtach, den kulturellen Höhepunkt im Veranstaltungskalender darstellen und fest im Ostbayerischen Festspielsommer verankert sind. Bei den Neuwahlen am Freitag, 5. September wird Vorsitzender Manfred Beer sein Amt aus Altersgründen abgeben. Als dessen Nachfolger ist Dr. Reiner Reisinger im Gespräch.

von Autor ZIMProfil

Dr. Reisinger ist der Wunschkandidat des derzeit aktiven Vorstandsgremiums. Er liefert seit Jahren nicht nur den wissenschaftlichen Hintergrund, sondern bereichert das Festspiel auch als Darsteller und Helfer. Aktive des Festspielvereins arbeiten alljährlich Hand in Hand mit der Bundeswehr, Helfern des Bauhofs und engagierten Angestellten der Stadtverwaltung, um die Mammutaufgabe zu bewältigen.

Investition zahlt sich aus

Auch wenn die Realisierung der Doktor-Eisenbarth-Festspiele einen Kostenfaktor im städtischen Haushalt darstellt, besteht großer Konsens darin, dass sich die Investitionen in die Kultur in vielfacher Hinsicht auszahlen. Nicht nur, dass die wahre Geschichte um das Leben und Wirken des vielfach privilegierten Barockarztes auf der Bühne dargestellt wird und damit ein unschätzbarer Beitrag zur Rehabilitation geleistet wird.

Neben der Vermarktung durch engagierte Mitarbeiter im Rathaus hat auch ein vielfach geknüpftes Netzwerk zur überregionalen Steigerung des Bekanntheitsgrades von Oberviechtach beigetragen. Ein Beispiel aus der zurückliegenden Saison stellt die Bereicherung durch Besuche von Festspielgruppen aus der Partnerstadt Hannoversch-Münden oder aus Viechtach dar.

Waren die Verbindungen nach Niederbayern in früheren Zeiten nicht immer freundschaftlich geprägt, durfte man in diesem Jahr einen herzlichen Empfang bei den gegenseitigen Teilnahmen an Aufführungen erfahren und war sich einig, dass man das Thema "Eisenbarth" durchaus unterschiedlich interpretieren kann. Nicht nur der historisch belegte Geburtsort in der Oberpfalz und das Wirken des barocken Wanderarztes gelten mittlerweile als unbestritten und bilden erfreulicherweise Thema für publikumswirksame Bühnenstücke. Der Viechtacher Regisseur Thomas Stammberger freute sich ebenso wie Bürgermeister Franz Wittmann, und sogar der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner zeigte sich interessiert daran, auch das Oberviechtacher "Original" zu besuchen.

Engagierte Ehrenamtliche

Der ehrenamtliche Beitrag zur Realisierung des Spektakels summiert sich auf über 9000 Stunden, die von engagierten Mitgliedern des Vereins in vielfachen Bereichen geleistet werden (wie Organisation, Probentermine, Arbeitseinsätze zur Ergänzung von Bühnenteilen und Requisiten). Beispielhaft für dieses uneigennützige Engagement, untrennbar mit Festspiel verbunden und damit über die Maßen für die Rehabilitierung Eisenbarths eingesetzt, hat sich Manfred Beer, der nicht nur von der ersten Minute an Vorsitzender und Festspielleiter ist, sondern in unermüdlicher Arbeit zum Kümmerer für alle Belange rund um das kulturelle Aushängeschild der Stadt geworden ist.

Wenn bei der Jahreshauptversammlung am 5. September die Neuwahlen im Verein anstehen, dann geht es neben einem Generationswechsel auch darum, weiterhin im Sinne der langjährigen Erfahrung einiger verdienter Aktiver, für die Realisierung der Festspiele im Team zu arbeiten. Soweit dies möglich ist, wurde versucht, den Wechsel bei entscheidenden Positionen verantwortungsvoll vorzubereiten.

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