Gold übt noch immer eine faszinierende Anziehungskraft aus - Goldwaschen hoch im Kurs
Traum von Reichtum und Macht

Jung und Alt und auch Schulklassen nützen gerne das Angebot. Bilder: bgl (2)
Lokales
Oberviechtach
01.09.2014
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Seit Menschengedenken übt das Edelmetall Gold eine faszinierende Wirkung auf den Menschen aus. Abgesehen von seinem edlen Glanz assoziiert jedermann damit Reichtum und Macht. Umso eindrucksvoller ist es, dass über Jahrhunderte hinweg "vor unserer Haustür" Gold abgebaut wurde. "Venetianer" oder auch "Venediger" wurden die damaligen Goldsucher genannt.

Aber wer immer auch hinter diesem Namen wirklich stand, diese Menschen brachten ein Wissen in diese Gegend, mit dem sie den örtlichen Bauern und Waldarbeitern seinerzeit weit überlegen waren. Deshalb spricht aus den vielen Sagen und Geschichten über dieses Thema immer auch ein wenig Bewunderung.

Noch deutliche Spuren

Noch heute kann man deutliche Spuren dieses Abbaus sehen, denn die damals entstandenen Hügel, Wälle, Senken und Gräben heben sich gut erkennbar vom übrigen Gelände ab. Diese erkennbaren Merkmale bieten beste Voraussetzungen, um Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen, eine authentische Begegnung mit dem Thema "Gold" zu ermöglichen. Sorgsam ausgewählte Exponate, anschauliche Modelle und die Nachbildung eines "Goldstollens" im Museum sowie das eigene Goldwaschen in der idyllischen Natur des Murachtals regen zu einer eingehenden Auseinandersetzung mit diesem Thema an. "Ruhrgebiet des Mittelalters" wurde die Oberpfalz einst genannt. Reiche metallische Erzlager trugen zu einem bedeutsamen Aufschwung dieser Region bei. So stand das Gebiet um Oberviechtach für zahlreiche Goldvorkommen. Bereits im Jahr 1318 wurde ein Goldbergwerk in der Langau (8,5 Kilometer nordöstlich von Oberviechtach) erstmals urkundlich erwähnt. Im Tage- oder Untertagebau wurde bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts immer wieder nach Gold geschürft.

Bergbauakten im Archiv

Dass die Suche nach dem begehrten Gold auch später faszinierte, belegen geologisch-mineralogische Untersuchungen der Preussag AG Metall im Jahre 1983, geochemische der Rio Tinto Zinc GmbH in den Jahren 1994/95 und jene der Rohstoff AG im Jahre 2008.

Bergbauakten im Staatsarchiv Amberg und im Hauptstaatsarchiv München bzw. die wissenschaftlichen Untersuchungen von Dr. Lehrberger, TU München, liefern einen aufschlussreichen Überblick über eine lange Bergbaugeschichte im Raum Oberviechtach. Daher findet sich bei Berichten über dieses Thema auch immer wieder der Beiname: "Oberviechtach, das Goldstück Bayers". "Auf den Spuren der Venezianer" heißt das Motto, mit dem die Tourist-Information der Stadt Oberviechtach zu den geführten Goldwanderungen einlädt. Großes Interesse wird diesen Angeboten immer entgegengebracht.

Seit Anfang Mai dieses Jahres beteiligten sich bis jetzt bei 23 Wanderterminen schon wieder 450 Personen an diesen Angeboten, so Sigrid Breitschafter von der Touristinformation mit. Vor allem Feriengäste aus ganz Deutschland und den benachbarten europäischen Ländern, wie z. B. vergangene Woche aus Holland finden sich unter den Interessenten.
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