Kritische Texte: Michael Dietlinger und Martin Staeffler begeistern mit "Zukunftsmusik" - ...
"Liebe zum Geld" als Wurzel der Tragödie

Michael Dietlinger (links) und Martin Staeffler überraschten als Duo "sehr gut" mit sozialkritischen Texten und faszinierenden Klängen. Bild: weu
Lokales
Oberviechtach
27.08.2014
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Ein Konzert der besonderen Art fand am Wochenende in der "Party-Scheune" von Andreas Zach statt. Ein handverlesenes Publikum aus Nachbarn, Freunden und Bekannten traf sich, um die von dem in Wildeppenried wohnhaften Michael Dietlinger und Martin Staeffler aus Nürnberg komponierten und präsentierten Songs zu hören.

Unter dem Namen "sehr gut" haben sich die beiden Musiker im November 2013 formiert, um "Zukunftsmusik" zu produzieren. Etwa 40 Titel hat das Duo mittlerweile kreiert, die sie in Konzerten in Nürnberg bereits performt haben. Eine CD ist momentan in Arbeit. In dem Programm "Das muss Zukunftsmusik sein" hörten die Gäste sozialkritische Texte von Sänger Michael Dietlinger, der sich freute, seine Songs in seinem Heimatort darbieten zu können.

Wunde Punkte aufdecken

"Die Entscheidung der Experten", "Über jeden Zweifel erhaben" oder "Die Weltenzyklopädie" sind Titel, die zum Nachdenken anregen und die Welt unter einem etwas anderen Blickwinkel erscheinen lassen. Ob Religion, Politik, Wirtschaft, Geld oder die Welt an sich. Immer wurden wunde Punkte aufgedeckt und auf Ungerechtigkeiten hingewiesen. Wiederkehrende, fast monoton eingehämmerte Sätze wie "die Liebe zum Geld ist die Wurzel der Tragödie" oder "manchmal gehe ich, manchmal werde ich gegangen" setzten nachhaltige Nadelstiche. Das Lied "Oawan", das Dietlinger seiner Oma gewidmet hat, beschreibt einen Arbeitsalltag von früher, bei dem die Arbeit im Mittelpunkt stand. Hier wurde auch das Publikum mit einbezogen.

Galaxie-Klangbilder

Kongenial wurden Dietlingers Texte vom Gitarristen Martin Staeffler aus Nürnberg begleitet. Staeffler, der Gitarre studiert hat, arbeitet in verschiedenen Projekten als Konzertgitarrist und auch als Musiklehrer. Durch sein Spiel vermengen sich die nachdenklichen Texte mit den faszinierenden, fast esotherischen Klängen der Elektrogitarre, unterlegt mit sphärischen Galaxie-Klangbildern. Dass man ein schönes Leben haben kann, wenn man nicht perfekt ist, erfuhren die Gäste bei der Zugabe. Der Applaus am Ende des gut einstündigen Konzerts belegte die Begeisterung. Im Anschluss wurde in der kleinen, warm eingeheizten Scheune, noch weiter gefeiert: Es war der Geburtstag der in der Region mittlerweile sehr bekannten Künstlerin Katharina Dietlinger.
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