15.07.2013 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Museumspädagogik für mehrere Zielgruppen - "Gold" und "Schwarz-Zimmer" derzeit im Fokus Museum beschreitet neue Wege

Seit 2012 läuft im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum eine auf europäischer Ebene geförderte Maßnahme zur Fertigstellung und Weiterentwicklung des Hauses. Als Partner steht dem Museumsverein das Planungsbüro "Cultheca" mit Prof. Dr. Gerhard Waldherr und Regine Leipold M.A. zur Seite. Auch Inklusion ist ein Thema: Erstmals wurde ein junger Mann mit Behinderung als Museumsführer ausgebildet.

Die ersten Besucher lassen sich vom neuen Museumsführer Sebastian Bäumler (Zweiter von rechts) und seiner Betreuerin Theresia Pregler (rechts) eine Tafel im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum erklären. Bild: slu
von Autor SLUProfil

Nach der Neukonzeption des Bereichs "Handwerk und Hausnamen" im Herbst vergangenen Jahres und dem Abschluss der ergänzenden Arbeiten in den Abteilungen "Doktor Eisenbarth" und "Stadtgeschichte" im Mai, gilt das Augenmerk den Bereichen "Gold" und "Dr. Max und Margret Schwarz". Das Projekt muss am Jahresende abgewickelt sein.

Start im Kindergarten

Parallel dazu wird eine Homepage erstellt und ein museumspädagogisches Programm erarbeitet. Dafür wurden die beiden bisherigen mit Hilfe des finanziellen Engagements von Ehrenbürgerin Erika Odemer beschäftigten Museumsmitarbeiter Julie Zehetner und Wolfgang Englbrecht mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt weiterverpflichtet. Das von ihnen in Zukunft entwickelte Konzept wird zielgruppenorientiert stufenweise auf verschiedene Bildungseinrichtungen, angefangen vom Kindergarten bis zum Gymnasium, ausgerichtet. Dabei geht es darum, die thematischen Schwerpunkte des Oberviechtacher Museums in den jeweiligen Lehrplänen zu verorten und interessierten Gruppen entsprechend betreute museumspädagogische Besuchsprogramme anzubieten. Beratend unterstützt werden Zehetner und Englbrecht dabei von Regine Leipold, einer ausgewiesenen Fachfrau auf diesem Gebiet.
Einen Schwerpunkt soll im Sinne des Inklusionsgedankens, auch die Arbeit mit Menschen mit Behinderung einnehmen. Die dafür verantwortliche Museumsmitarbeiterin ist Theresia Pregler, wohnhaft in Pirkhof. Durch ihre frühere berufliche Tätigkeit und ihre Kontakte zu verschiedenen Einrichtungen verfügt sie über die idealen Voraussetzungen dafür. Dazu kommt ihre ausgeprägte Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement.

Idealer Ansprechpartner

Mit der Ausbildung eines jungen Mannes mit Behinderung (Down-Syndrom) zum Museumsführer hat Theresia Pregler auf diesem Gebiet Neuland beschritten. Es handelt sich um den 27-jährigen Sebastian Bäumler aus Neunburg, der beruflich in den Reichenbacher Werkstätten tätig ist und von Theresia Pregler in seiner Freizeit betreut wird. Dabei entstand die Idee der Schulung zum Museumsführer. Damit ist er in Zukunft der ideale Ansprechpartner, sozusagen auf Augenhöhe, für entsprechende Besuchergruppen.

Theresia Pregler wird demnächst dafür die pädagogischen Konzepte erstellen und sie den in Frage kommenden Einrichtungen vorstellen. Damit wird das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum einmal mehr seinem innovativen Anspruch gerecht.

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