Neue Medienstation zum Start in Museumssaison - Modelle von Burg Murach und Stadt vereint
Geschichte in Geschichten erleben

Lokales
Oberviechtach
06.05.2013
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Nach einer eher ruhigeren Winterperiode wird es jetzt wieder lebendig im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum. Die achte Museumssaison ist offiziell eröffnet und bis Ende Oktober finden wieder Führungen, Ausstellungen, Vorführungen und vielerlei sonstige Veranstaltungen statt. An der Feier nahm auch Erika Odemer, Ehrenbürgerin und Ehrenmitglied des Museumsvereins teil.

Museumsleiter Dr. Karl-Heinz Foißner begrüßte Bürgermeister Heinz Weigl, Altbürgermeister und Vorsitzenden des Museumsvereins Wilfried Neuber, Dr. Ludwig Schießl vom Heimatkundlichen Arbeitskreis sowie Studiendirektor Georg Lang für das Ortenburg-Gymnasium und die frühere Hauseigentümerin und Gönnerin Maria Roßmann. Letztere bedankte sich dafür, dass in ihrer früheren Wohnstätte jetzt "so viel Leben eingekehrt ist".

Hausnamen und Handwerk

Foißner brachte das Museumsjahr 2012 mit 3279 Besuchern nochmals kurz in Erinnerung und ging besonders auf die Weiterentwicklung ein, welche mit der neuen Abteilung "Hausnamen und Handwerk" im Herbst ihren Anfang machte und in den vergangenen Wochen fortgesetzt wurde in den Abteilungen Eisenbarth und Stadtgeschichte. Was schon alles erarbeitet wurde und wie es damit weitergeht, dazu übergab der Museumsleiter das Wort an Regine Leipold vom beauftragten Planungsbüro Cultheka in Regensburg.

Leipold erklärte die Umgestaltung innerhalb der Abteilungen, vor allem die Zusammenführung der beiden von Dr. Hasenbach in den sechziger Jahren angefertigten Modelle der Stadt und der Burg Murach. "Die jahrhundertelange Verbindung von Haus Murach und Oberviechtach spiegelt damit auch sinngemäß wieder eine Einheit", so Leipold. Diese Verbindung ist auch deutlich zu erkennen in der groß an der Rückwand aufgezogenen ältesten Ansicht von Mathias Merian um das Jahr 1650.
Die bestehenden kulturhistorischen Texttafeln und weitere Objekte werden um eine ausführliche, reich bebilderte Medienstation bereichert, in der das moderne Oberviechtach virtuell präsentiert wird. Impressionen aus der Vor- und Nachkriegszeit in Bildern und mit Lesungen von Alois Gillitzer bringen dem Besucher die gravierenden Veränderungen und fulminanten Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit nahe. Aktuell sind auch die ortsansässigen Vereine aufgeführt, so dass der Bogen bis in die Gegenwart gespannt wird.

Auch in der Doktor-Eisenbarth Abteilung war ein großes Potenzial an konzeptioneller Weitergestaltung notwendig, um dem erfolgreichen Okulisten, mit seinem schon zu Lebzeiten gespaltenen Ruf ("Vom Heiler bis zum Scharlatan") gerecht zu werden. Regine Leipold bedankte sich bei Dr. Ludwig Schießl für die zur Verfügung gestellten neuesten Erkenntnisse, welche demnächst auch in dessen Buch nachzulesen sind. In einer aufwendigen Wandgestaltung mit Landkarte und Mediaplayer kann man sich durch Deutschland klicken und es wird darüber hinaus die weitreichende Reisetätigkeit Eisenbarths beleuchtet. An einer Ohrmuschel kann der Besucher mustergültige Operationen verfolgen und an einer weiteren Station sind die Operationswerkzeuge sowie Festspielszenen zu sehen. Der nächste noch zu bearbeitende Abschnitt ist die mediale Aufbereitung des "Schwarz-Zimmers" und der Goldabteilung.

Ehrenamt wichtig

Hausherr Bürgermeister Heinz Weigl äußerte sich erfreut über den Fortgang der Weiterentwicklung im Museum und bedankte sich bei der Museumspädagogin Regine Leipold für die Arbeit, besonders aber bei Erika Odemer für den Verzicht auf ihre Entschädigung als Testamentsvollstreckerin sowie die Bereitstellung ihrer privaten Gelder zur Unterstützung des Museums.

Weiter ging das Stadtoberhaupt auf die laufenden Aktivitäten im Hause ein, "welche mit Sachverstand und viel Engagement geleitet werden". Und wörtlich fügte er an: "Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre bisher der reibungslose Ablauf des Museumsbetriebes nicht möglich gewesen". Erika Odemer gab ebenfalls ihrer Freude über diese positive Entwicklung Ausdruck und lobte in Bezug auf das Museumspädagogische Programm mit Kindern das Engagement von Jeanette Ring. "Die Kinder von heute sind die Museumsleute von morgen", so Odemer, und darum wird sie auch gerne diese Arbeit weiter finanziell unterstützen.
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