27.06.2005 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Ortenburg-Gymnasium entlässt 53 Abiturienten ins Leben - Sebastian Wohlgemuth mit 1,2 14 haben eine Eins vor dem Komma

Mit einem erleichternden Lächeln im Gesicht kehrten die Abiturienten wieder auf ihren Platz zurück. In der Hand natürlich ihr Reifezeugnis, eine Rose und einen Bildband der Stadt Oberviechtach. Eigentlich hätten die 53 Schülerinnen und Schüler gar keinen Grund zur Besorgnis gehabt. Oberstudiendirektor Hans Wurm bezeichnete den Gesamtschnitt am Freitag bei der Abschlussfeier als "sehr respektabel", vor allem weil 14 "eine Eins vor dem Komma" haben.

von Michaela Lowak Kontakt Profil

Mit 2,4 erfüllt das Ortenburg-Gymnasium damit den bayerischen Durchschnitt. Von den 53 Abiturienten sind 29 junge Frauen. Zusammen mit Kollegstufenleiter Georg Lang verteilte der OGO-Direktor die Zeugnisse, gratulierte jedem einzelnen und hatte ein paar aufmunternde Worte parat. Bereits bei seiner Ansprache ging er auf die zwiespältigen Gefühle zwischen Abschiedswehmut und Aufbruchstimmung ein.

Viel Kraft und Weitsicht

"Der Weg bis zum Abitur war ein langer Hindernislauf, den Sie erfolgreich durchschritten haben", so Wurm. Der Erwartungsdruck und die Erfordernisse der täglichen Selbstbehauptung seien nun vorbei. "Jetzt sind sie am Startplatz des Lebens angekommen." Er gab dem Abiturjahrgang 2005 viele gute Wünsche mit auf den Weg: "Die Flügel des Aufbruchs und die Verankerung im Herkommen, die Orientierungsfähigkeit im Meer der Informationen und Sinnsverheißungen sowie die Kraft zur Selbstbegrenzung in der Unendlichkeit der Wünsche." Stellvertretende Landrätin MdL Marianne Schieder riet den scheidenden Schülerinnen und Schülern zwar ein Auge auf den Arbeitsmarkt zu werfen, doch dabei die eigenen Interessen nicht zu vernachlässigen. "Ich wünsche Ihnen viel Kraft, Weitsicht und Mut, das zu machen, was Sie gerne möchten." Kurz ging sie auf die Gelder ein, die der Landkreis für seine Schule ausgibt. Allein in diesem Jahr seien es sechs Millionen Euro.

Josef Biebl, in seiner Eigenschaft als zweiter Bürgermeister, bezeichnete das Abitur als wichtigen Meilenstein im Leben. Anhand eines fiktiven Tagebucheintrag aus dem Jahr 2036 zeichnete er das perfekte Bild einer heilen Welt. "Treten Sie dafür ein, dass dies keine Wunschvorstellungen bleiben", sagte er. Die Stadt Oberviechtach entlasse ihre Abiturienten auch mit einem weinenden Auge, da viele ihre Arbeitsplätze in größeren Städten finden würden. "Ich hoffe, dass viele wieder in die Region zurückkehren."

Vorsitzender des Fördervereins, Dr. Karl-Heinz Foißner, warb an dieser Stelle für neue Mitglieder und gratulierte den jungen Leuten zum bestandenen Abitur. Auch Elternbeiratsvorsitzende Iris Steindl schloss sich den Glückwünschen an. Sie überreichte an verschiedene Schüler, die sich im Schulchor, der Schülermitverwaltung, der Big Band, den Crazy OGO's oder beim Eisenbarth-Festspiel engagiert haben, Büchergutscheine.

Zweite Schülersprecherin Lisa Ruhland blickte auf die vergangenen Jahre mit einem Songtitel der Popband "Juli" zurück: "Es war 'ne geile Zeit", sagte sie. "Ich wünsche Euch eine 'perfekte Welle', die Euch sanft ins Leben hinaus spült. Bei der Abiturrede von Andreas Wottka hatte sogar der Schulleiter ein Schmunzeln auf den Lippen. Den dieser outete sich als Star-Wars-Fan und verglich die Zeit am Ortenburg-Gymnasium mit der Ausbildung zum Jedi-Ritter. Wottka bedankte sich bei allen Lehrern und Eltern für die Unterstützung, ein Dankeschön sagte er vor allem dem Kollegstufenleiter Georg Lang. Er schloss mit den Worten: "Möge die Macht mit Euch sein".

Was ist wichtig?

Bevor es an die Verteilung der Abi-Zeugnisse ging, ergriff Dr. Josef Weber von der Zollner AG aus Cham das Wort. "Worauf kommt es im Leben an?", war seine zentrale Frage. Er verknüpfte Ziele und Visionen seiner Firma mit dem künftigen Lebensweg der Abiturienten.

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