15.05.2007 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Professor Richard Finke 98-jährig verstorben - Mit Wildschweinen auf Tuchfühlung In der Natur ein Paradies gefunden

von Monika Bugl Kontakt Profil

Seine Leidenschaft gehörte der Jagd, mit seinem Wissen über frei lebende Wildschweine machte er sich einen Namen: Am 28. April ist mit Professor Richard Finke ein namhafter Verhaltensforscher gestorben. Finke wäre am 27. August 99 Jahre alt geworden.

Mehr als 30 Jahre lang wohnte Professor Richard Finke in Oberviechtach. Hier schrieb er an dem Buch "Auf Tuch- und Borstenfühlung" mit dem Untertitel "Tagebuch des Keilers h.c.", das erst an seinem 90. Geburtstag veröffentlicht wurde. Mit Ehefrau Karin und Tochter Edith hatte der Verhaltensforscher fünf Jahre bei den Wildschweinen gelebt, mit unendlicher Geduld die Keiler an die menschliche Präsenz gewöhnt. "Das Ergebnis ist eine Sensation", urteilte Professor Heinz Sielmann in einem Vorwort zu der Veröffentlichung. Der renommierte Verhaltensforscher Konrad Lorenz ahnte das schon 1963, als er in einem Brief Richard Finke zum "Keiler h.c." erklärt hatte.

Geboren in Schlichtingsheim in Niederschlesien hatte der passionierte Forscher zunächst in Berlin studiert, später in Karlshafen an der Weser an einem Gymnasium unterrichtet. Seine große Leidenschaft allerdings galt der Jagd und fand ihren Niederschlag in zahlreichen Fachzeitschriften und Dokumentationen über das Schwarzwild. Aber auch in Ölbildern, Aquarellen und Federzeichnungen spürte Finke der Natur nach. "Ich könnte noch eine Geschichtsprüfung ablegen", freute sich der Professor an seinem 98. Geburtstag im vergangenen Jahr über sein phänomenales Gedächtnis und beeindruckte die Gäste mit seiner Vitalität. Aus seiner Freude über diese und andere Gaben der Natur hat der Buchautor nie einen Hehl gemacht: "Dank dem Allmächtigen, der uns dieses ungeahnte paradiesische Erleben geschenkt hat", schrieb Richard Finke im "Tagebuch des Keilers".

Trauergottesdienst für den Oberstudienrat a. D. und Professor h.c. ist heute um 14 Uhr in der Auferstehungskirche Oberviechtach mit anschließender Urnenbeisetzung.

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