29.04.2004 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Sicherheitsgespräch im Rathaus - Nur ein Verbrechen im Bereich der Oberviechtacher Polizei Friedliches Leben ohne Gewalt

Immer wieder stellen diverse Studien die Lebensqualität in der Oberpfalz in Frage. Die Region bekommt meist keine guten Noten und taucht in den Listen, die in den verschiedensten Zeitschriften veröffentlicht werden, oft ganz unten auf. Ein Blick auf die Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Oberviechtach beweist jedoch das Gegenteil. Nur ein Verbrechen wirft einen Schatten auf die sonst so friedliche Gegend.

von Michaela Lowak Kontakt Profil

Polizeihauptkommissar Hans Kiesl, Leiter der Polizeiinspektion Oberviechtach, präsentierte am Mittwochvormittag die Zahlen des Jahres 2003 im Oberviechtacher Rathaus. Neben Bürgermeister Wilfried Neuber nahmen die VG-Bürgermeister Rainer Eiser (Niedermurach), Hans Sailer (Winklarn) und Hubert Zwack (Gleiritsch) an dem Gespräch teil.

Besser als im Vorjahr

Der Raubüberfall in Gleiritsch auf einen Burschen, der mit seinem Moped unterwegs war, gehört mit fünf gefährlichen Körperverletzungen zur Rubrik "Gewaltkriminalität". Obwohl der Fall in Gleiritsch nicht gelöst wurde, können die Oberviechtacher Beamten auf ihre Aufklärungsrate stolz sein. Mit 73,6 Prozent sind sie nicht nur um 2,9 Prozent besser als im Vorjahr, sondern liegen damit über dem bayernweiten (64,7 Prozent) und dem Schnitt der Polizeidirektion Amberg (66,7 Prozent). Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr 383 Straftaten. 2002 waren es 76 weniger, also nur 307. "Eine deutliche Steigerung", so Hans Kiesl bedauernd. Einen großen Anteil daran hat die Diebstahlskriminalität mit insgesamt 98 Fällen (Vorjahr 78). Sie unterteilt sich in schwere Diebstähle (33), einfache Diebstähle (65), Diebstähle aus Wohnräume (10) und Ladendiebstähle (7). "Diese Zahl ist jedoch nicht realistisch", schätzt der Polizeihauptkommissar und vermutet eine hohe Dunkelziffer. "Wir haben sehr viele Supermärkte in Oberviechtach."

51 Fälle lassen sich 2003 der Straßenkriminalität zuordnen. "Hier sind wir auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen", sagt Kiesl. "Halten Sie die Augen offen und haben sie keine Scheu, uns Auffälligkeiten mitzuteilen." Die Delikte teilen sich wie folgt auf: Diebstahl aus Autos (22), Sachbeschädigungen (22), Diebstahl an den Kraftfahrzeugen (8), Diebstahl von Kraftwagen (1), von Mopeds (1), von Fahrrädern (4) und ein Fall von exhibitionistischer Handlung.

Keine Hemmschwelle

Deutlich zugenommen hat die Drogenkriminalität. 33-Mal waren die Beamten in Sachen "Rauschgift" unterwegs. 2001 waren es nur sieben Fälle und 2002 schon 27. "Die Kurve zeigt nach oben", zeigt sich der PI-Leiter besorgt. Seiner Meinung nach wird dieses Thema oft heruntergespielt. "Die jungen Leute haben keine Hemmschwelle mehr", sagt er.

Weitere Delikte waren: Vorsätzliche Körperverletzung (41), Sexualdelikte (3), Betrug (83), Unterschlagung (7), Urkundenfälschung (8), Sachbeschädigung (36), Waffengesetze (6), Umweltkriminalität (4), strafrechtliche Nebengesetze (58).

Die 223 ermittelten Tatverdächtigen teilen sich in 166 Männer (Vorjahr 162) und 57 Frauen (Vorjahr 25). Der Anteil der Ausländer liegt bei 18 (8,1 Prozent). Nach Altersgruppen aufgeteilt erfassten die Polizei bei den unter 14-Jährigen zehn, bei den 14- bis 18-Jährigen 15, bei den 18- bis 21-Jährigen 34 und bei den Erwachsenen 128 Straftäter.

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