02.07.2010 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Verena Bücherl mit dem Kinderzug bereits zum siebten Mal in Lourdes Mit schwerem Schicksal nicht allein

Wenn Verena Bücherl (21) den Namen "Lourdes" hört, dann glänzen ihre Augen und sie strahlt über das ganze Gesicht. Bereits zum siebten Mal reiste sie, immer im Juni, mit dem Kinderzug in den südwestfranzösischen Wallfahrtsort. Vor 20 Jahren entstand die Idee des Kinderzuges unter der Schirmherrschaft des Souveränen Malteser Ritterordens.

von Udo WeißProfil

Grundlage dafür war das Bewusstsein um die gesellschaftliche Verantwortung für die Behinderten. "Wir wollen dem Behinderten zeigen, dass er mit seinem Schicksal nicht allein ist. Unser Ziel ist es, den uns anvertrauten Kindern Freude zu bereiten".

Freude bereiten

So steht es im Vorwort zu dem Buch "Der Kinderzug". Die Anerkennung der behinderten Kinder zeigt sich auch darin, dass jedem Teilnehmer eine Betreuungsperson zur Seite gestellt wird, die ihm seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Unter den Betreuern befindet sich auch die Jugend des europäischen Adels wie zum Beispiel die Kinder der Fürstin von Thurn-und Taxis, die aber, wenn sie in die Malteseruniform geschlüpft sind, alle gleich aussehen und nur die Erfüllung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe zum Ziel haben.

Großes Engagement

Auch Herzog Eberhard von Württemberg, der als Freund der Familie Bücherl in Oberviechtach kein Unbekannter ist, engagiert sich für den Malteser Kinderzug, der an den Pilgerzug des Bayerischen Pilgerbüros angekoppelt ist.
Jährlich müssen 45 000 Euro zusammenkommen, damit die Wallfahrt finanziert werden kann, der größte Teil davon sind Spenden. Verena ist eines von insgesamt 50 körperlich oder geistig behinderten Kindern, die von 90 ehrenamtlichen Betreuern zwischen 18 und 35 Jahren sowie zwei Ärzten und zwei Geistlichen begleitet werden.

20 Stunden Fahrt von Ulm nach Lourdes, fünf Tage Aufenthalt am Wallfahrtsort, 20 Stunden zurück, dazwischen füttern, wickeln, waschen, anziehen, aber auch spielen, singen, beten. Der Tagesplan ist straff organisiert. Nach dem Aufstehen um 6 Uhr und dem Morgengebet beginnt die Versorgung der Kinder. Frühstück, Mittagessen und Abendessen erfordern die Mithilfe aller, Dienstende ist um 23 Uhr. Spielzeiten sind ebenso eingeplant wie Ausflüge.

Die täglichen Gottesdienste am Bernadette-Altar und die Lichterprozessionen um die Felsengrotte stellen die Höhepunkte dar. Nachtwachen und Putzdienst werden von den Betreuungspersonen ebenso verlangt wie Füttern und Wickeln der Schwerbehinderten.

Kinder blühen auf

"Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man erlebt, wie selbst schwerst behinderte Kinder in Lourdes aufblühen", begründet Hildegard Bücherl ihre Teilnahme an dem Kinderzug, "der Zusammenhalt aller Betreuer gibt die Kraft für diese Woche". Verena ist glücklich über die Aussage ihrer Mutter. So weiß sie, dass auch sie noch oft nach Lourdes fahren kann.

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