14.09.2017 - 20:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Antrag für riesige PV-Anlage beschäftigt Stadtrat Solarpark in der Diskussion

Ökostrom statt Heu und Gras: Die "Energiebauern GmbH" aus Schwaben will auf einer Wiese bei Hof eine riesige PV-Freiflächenanlage bauen. Der Stadtrat hat damit ein Problem: Die Lage sei nicht optimal.

Auf der Wiese (rund 13 Hektar) nahe Hof (links), die sich zwischen dem "Industriegebiet an der Ostmarkstraße" (rechts) und der Kreisstraße nach Teunz erstreckt, ist ein Solarpark geplant. Der Stadtrat vertagte die Entscheidung und will vorher noch Gespräche mit Betreiber und Grundstücksbesitzer führen. Bild: Portner
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Die Thematik stand schon als Information auf der Sitzung des Bauausschusses am 18. Juli. Nun befasste sich der Stadtrat am Dienstag mit dem Antrag der "Energiebauern GmbH" aus Sielenbach. Das Unternehmen beabsichtigt, einen "Solarpark Oberviechtach" auf den Flurstücken 166 und 167 der Gemarkung Hof (127 132 Quadratmeter) zu errichten. Geplant ist eine festaufgeständerte PV-Anlage mit einer elektrischen Nennleistung von etwa sieben Megawatt. Die Fläche befindet sich nordwestlich der Ortschaft Hof und liegt zwischen dem "Industriegebiet an der Ostmarkstraße" und der Kreisstraße nach Teunz.

Nahe an der B 22

Erforderlich dafür ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplans. Die Stadträte hatten nun über die Aufnahme der Bauleitplanung zur Errichtung eines Sondergebiets "Photovoltaik-Freiflächenanlage" zu entscheiden. "Das ist eine riesige Fläche mit fast 13 Hektar, die sehr nahe an Hof heranreicht und von der B 22 voll im Blickfeld liegt", erläuterte Bürgermeister Heinz Weigl. Er könne sich eine andere Lage vorstellen, welche das Landschaftsbild nicht so beeinträchtigt. "Erneuerbare Energien sind wichtig", bekräftigte Weigl aber.

"Wir sehen es differenziert und in der heutigen Sitzung als nicht entscheidungsreif", sagte PWG/SPD/JW-Fraktionssprecher Josef Lohrer. Man könne nicht gegen Windkraft und Solaranlagen sein, das Problem sei aber, dass im Flächennutzungsplan auf den fraglichen Flächen eine landwirtschaftliche Nutzung und die Erweiterungsmöglichkeit des Industriegebiets dargestellt wird. "Wenn nun die gesamte Fläche eine PV-Anlage wird, könnte das Folgen haben", meinte Lohrer und schlug vor, einen Teil der Fläche als mögliche Gewerbefläche vorzuhalten und einen kleineren Solarpark zu bauen. "Wir müssen die Interessen von Betreiber, Eigentümer und der Stadt in Einklang bringen", wünschte sich der Fraktionssprecher vor einer Entscheidung.

"Ein Glücksfall"

"Das Argument ,gefällt mir nicht', zählt für mich nicht. Künftige Generationen brauchen eine saubere Energie", sagte Stadtrat Hans Roßmann (PWG). Schließlich sei der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Rossmann bekräftigte: "Wir haben einen Investor und einen abgabebereiten Grundbesitzer, das ist doch ein Glücksfall." Bürgermeister Heinz Weigl erinnerte die Räte daran, dass es nicht so einfach sei, das Industriegebiet West auszuweiten. Deshalb sollte man nicht Flächen zubauen, die man später vielleicht benötige. "Wir brauchen erneuerbare Energien, aber wir müssen die Interessen von Oberviechtach vertreten und darauf schauen, was wir wollen", führte Alexander Ried als Sprecher der CSU/CWG/Aktive-Fraktion an. Man müsse im Auge behalten, wo man Gewerbegebiete erweitern könne. Ried sprach sich dafür aus, weitere Gespräche mit dem Investor zu führen. "Die Fläche von 130 000 Quadratmeter ist zu schade für das Vorhaben", meinte Peter Forster (SPD).

Das Gremium sprach sich einstimmig für eine Vertagung des Beschlusses aus. In der nächsten Sitzung wird das Thema nichtöffentlich beraten.

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