21.02.2017 - 19:52 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Bundeswehr-Einsatz bei Enhanced Forward Presence: Panzer auf dem Weg nach Litauen

Vier Tage auf der Bahn liegen vor den Soldaten - wenn alles gut geht. Die letzte Welle der Panzergrenadiere macht sich diese Woche auf dem Weg nach Litauen - und sie nehmen 20 Schützenpanzer mit.

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Oberviechtach/Grafenwöhr. Die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 haben am Dienstag im Bahnhof der US-Garnison Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) 20 Schützenpanzer vom Typ "Marder" für den Bahntransport nach Litauen verladen. Am Tag zuvor waren an gleicher Stelle auch die sechs Kampfpanzer vom Typ "Leopard" vom Panzerbataillon 104 aus Pfreimd aufgeladen worden. Vor den Soldaten liegt ein sechsmonatiger Einsatz bei der Nato-Operation "Enhanced Forward Presence".

Am Montag ist die Panzerkolonne von Oberviechtach nach Grafenwöhr gerollt - zwei Stunden dauerte die Fahrt. Am Dienstag wird aufgeladen. Nach und nach fahren die Marder auf die Waggons. Eingewiesen werden die Fahrer von einem Soldaten und dem Lademeister der Bahn. Millimeterarbeit. Der Marder ist so breit wie der Bahnwaggon. Schließlich werden die Schützenpanzer mit Ketten festgezurrt, damit sie während des Transports nicht seitlich herunterrutschen können. Vor den Soldaten, die den Zug begleiten, liegt eine viertägige Fahrt von Grafenwöhr durch Polen ins litauische Sestokai - wenn es keine Verzögerungen gibt.

Froh, dass es losgeht

Die Stimmung unter den Soldaten ist gut. "Wir sind froh, dass es losgeht", sagt ein Hauptmann am Rande des Verladens. Neugierig sind die Soldaten auf die Zusammenarbeit mit anderen Nationen. Sie fragen sich, ob es gelingt, die Sprachbarriere zu überwinden - zumal sie auch in kleinen Gruppen zusammenarbeiten sollen und wollen. Ein 30-jähriger Hauptfeldwebel, der bereits in Afghanistan im Einsatz war, blickt gelassen auf die Zeit im Baltikum - nicht nur, weil es dort keine Gefährdung gibt. Für einige Panzergrenadiere ist es der erste Auslandseinsatz. Ein 28 Jahre alter Marder-Kommandant erzählt, für ihn sei es das erste Mal, das er mit Soldaten anderer Nationen übe.

Wer nicht die Panzer auf der Bahn begleitet, fliegt in den nächsten Tagen von Nürnberg nach Litauen. Die Oberviechtacher stellen rund 300 der insgesamt 450 deutschen Soldaten für den sechsmonatigen Einsatz in Litauen. Die anderen kommen weitgehend aus den übrigen Verbänden der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz". Der erste Bahntransport war Mitte Januar abgefahren. Seither wurden 120 Containern und rund 200 Fahrzeuge auf die Reise geschickt.

Ab März erste Übungen

Ab März, wenn alle Deutschen im litauischen Rukla sind, soll es mit den ersten Übungen losgehen. Mitte des Jahres geht es wieder in die Oberpfalz zurück - die Ablösung kommt vom Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg (Sachsen).

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.