26.02.2017 - 15:28 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Bundeswehr-Einsatz bei Enhanced Forward Presence: Soldaten und Panzer nun in Litauen

Die Panzergrenadiere aus Oberviechtach sind die Ersten. Mit der Ankunft der letzten Panzer in Litauen ist die Bundeswehr bereit für den Einsatz an der Nato-Ostflanke.

Bei Schneeregen werden die Schützenpanzer des Typs "Marder" vom Panzergrenadierbataillon 122 am Bahnhof im litauischen Sestokai abgeladen. Sie waren am Dienstag in der US-Garnison Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) auf die Bahnwaggons geladen worden. Bild: dpa
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Sostokai/Oberviechtach. Mit der Verlegung von mehr als 400 deutschen Soldaten, darunter rund 300 vom Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach, nach Litauen kann der deutsche Einsatz im Baltikum beginnen. Am Freitag trafen im Sostokai mit dem letzten Bahntransport die restlichen Fahrzeuge ein: darunter 20 Schützenpanzer vom Typ "Marder", sechs Kampfpanzer Leopard 2 sowie je ein Bergepanzer Büffel, ein Pionierpanzer Dachs und ein Brückenlegepanzer Biber.

Mit Schwerlasttransportern der belgischen Transportkompanie, die ebenfalls zur Nato-Kampfgruppe gehört, wurden die Panzer zunächst in eine litauische Kaserne in Marijampole, rund 20 Kilometer von Sestokai entfernt gebracht, teilte die Bundeswehr mit. Von dort werden die Fahrzeuge in den nächsten Tagen nach Rukla gebracht. Insgesamt sind seit Mitte Januar rund 200 Fahrzeuge und 120 Container nach Litauen transportiert worden.

Deutsche Führung

Rund zwei Dutzend Soldaten begleiteten die Panzer auf der viertägigen Reise, um sie zu bewachen. Zu Essen gab es EPAs - wie die Bundeswehr-Abkürzung für die Ein-Mann-Packung, die fertig gepackten Verpflegungsrationen, lautet. Die restlichen Soldaten waren vergangene Woche von Nürnberg nach Litauen geflogen. Bis Mitte des Jahres stellen die Oberviechtacher den Kern der Nato-Kampfgruppe in Litauen. Ihr Einsatz ist Teil der Nato-Operation "Enhanced Forward Presence" zur Abschreckung Russlands und zur Rückversicherung der drei baltischen Staaten und Polens.

In Litauen hat Deutschland die Rolle der Führungsnation übernommen. Oberstleutnant Christoph Huber, der Kommandeur der Oberviechtacher Panzergrenadiere, führt die "EFP Battle Group Litauen" in Rukla, zu der auch rund 150 belgische Soldaten gehören. Später sollen noch 200 Niederländer, 200 Norweger und zwei Dutzend Luxemburger dazukommen, sowie im Jahr 2018 noch Kroaten und Franzosen.

Von deutscher Seite werden die Oberviechtacher von Verbänden der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" unterstützt. Die Soldaten kommen vom Versorgungsbataillon 4 aus Roding, vom Panzerpionierbataillon 4 und vom Panzerbataillon 104 aus Pfreimd (Kreis Schwandorf).

Bei "Iron Wolf"-Brigade

Zudem sind Sanitätskräfte aus Kümmersbruck (Kreis Amberg-Sulzbach) und Soldaten vom Artilleriebataillon 131 in Weiden mit in Litauen. Die Nato-Kampfgruppe ist der litauischen "Iron Wolf"-Brigade in Rukla angegliedert. Die nächste Führungsebene und das Bindeglied zur Nato-Führung ist derzeit das Multinationale Korps Nordost (MNC NE) im polnischen Stettin.

In den ersten Wochen gab es bereits einer Reihe von Besuchen bei den Panzergrenadieren. Zuletzt waren unter anderem der litauische Vize-Verteidigungsminister Vytautas Umbrasas, der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Vytautas Bakas, und vier weitere Mitglieder des litauischen Parlaments sowie der Oberkommandierende der Landstreitkräfte in Rukla. Den Auftakt hatten die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite und Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen gemacht.

 

 

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