Neue Ära in Brückenland-Allianz

Die Leerstandsoffensive war in den zurückliegenden Jahren das Aushängeschild des "Brückenlands". Bild: kö
Politik
Oberviechtach
30.12.2016
60
0

Für die interkommunale Allianz der zwölf Gemeinden im "Brückenland Bayern-Böhmen" beginnt eine neue Ära. Mit der bevorstehenden Anerkennung als ILE-Region und einem neuen Regionalmanagement eröffnen sich zusätzliche Fördertöpfe zur Umsetzung zahlreicher bereits in Grobkonzepten erarbeiteten Projekte.

/Schönsee. Den Übergang von der LAG (Leader-Aktions-Gruppe) zur ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) zu managen war die Hauptarbeit der zurückliegenden Monate. Die Erstellung des ILE-Konzepts in Zusammenarbeit der zwölf Kommunen Altendorf, Eslarn, Gleiritsch, Guteneck, Niedermurach, Oberviechtach, Schönsee, Schwarzach, Stadlern, Teunz, Weiding und Winklarn mit dem Stadtplanungsbüro u.m.s. und dem Landschaftsarchitekten Gottfried Blank hat sehr viel Zeit und Energie gekostet.

Am 8. Februar

Mit der Anerkennung als ILE-Region bei einem Festakt am 8. Februar im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee (siehe Info-Kasten) kann man nun die Früchte der intensiven Vorarbeit einfahren. Als der LAG-Status offiziell zum 31. Oktober 2015 endete, waren sich die Verantwortlichen des "Brückenlands" schnell einig, dass dies nicht das Ende der interkommunalen Allianz bedeuten soll. Die zum Teil schon seit 16 Jahren gepflegte erfolgreiche Zusammenarbeit (z.B. Aufbau und Vermarktung einer Infrastruktur am Bayerisch-Böhmischen Freundschaftsweg oder Leerstandsoffensive, mit der Preise sogar auf Bundesebene erzielt wurden) wird als ILE fortgeführt.

Grundlage der ILE-Anerkennung ist das 167-seitige ISLEK (Integriertes Ländliches Städtebauliches Entwicklungskonzept). Es eröffnet den Mitgliedsgemeinden die Möglichkeiten, zahlreiche Förderprogramme in Anspruch zu nehmen, angefangen von Leader über Städtebauförderung und Denkmalschutz bis hin zu Interregg und EFRE.

Die Palette der künftigen Projekte, die teilweise schon Umsetzungsreife haben, ist in acht Handlungsfelder eingeteilt und reicht vom Tourismus über Kultur und Landwirtschaft bis hin zu grenzüberschreitenden Maßnahmen. Die Leerstands-Problematik ist natürlich weiterhin auf der Agenda. Der ILE-Status kommt übrigens den Mitgliedskommunen, die in der Dorferneuerung und in der Flurneuordnung tätig sind, zusätzlich in besonderer weise zugute: Sie erhalten statt der üblichen Förderung von 75 Prozent einen Bonus von zehn Prozent durch die interkommunale Zusammenarbeit und damit "satte" 85 Prozent.

Auf sieben Jahre

Der ILE-Förderzeitraum erstreckt sich zunächst auf sieben Jahre bei einer maximalen Fördersumme für das ILE-Management von 90 000 Euro pro Jahr mit einer Höchstförderung von 75 Prozent. Derzeit wird der Förderantrag vorbereitet und nach Bewilligung des "vorzeitigen Baubeginns" wird die Stelle eines ILE-Managers ausgeschrieben. Ziel ist es, dass zur Jahresmitte 2017 in erste Projekte eingestiegen werden kann.

ILE-FestaktDer Festakt zur Überreichung der Anerkennungsurkunden als ILE "Brückenland Bayern-Böhmen" findet am Mittwoch, 8. Februar 2017, um 18 Uhr in der Gewölbehalle im CeBB in Schönsee statt. Nach der musikalischen Eröffnung durch die "Pascher-Musikanten" und der Begrüßung durch Schönsees Bürgermeisterin Birgit Höcherl folgen Grußworte der Ehrengäste. Nach einem weiteren Musikstück werden die Bürgermeister Georg Köppl (Altendorf), Reiner Gäbl (Eslarn), Martin Prey (Niedermurach) und Sonja Meier (Winklarn) die Handlungsfelder des ILE-Konzepts vorstellen. Anschließend folgt die Übergabe der ILE-Urkunden an die Bürgermeister der zwölf Mitgliedsgemeinden durch den Behördenleiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, Thomas Gollwitzer. Die "Pascher-Musikanten" leiten schließlich über zum Stehempfang im Raum "bb-dialog" im CeBB. (kö)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.