Stadtrat besichtigt Grundschule
Auch Ausprobieren ist Lernen

Beate Vetterl (links) führte die Stadträte durch die Klassenzimmer der Grundschule. Die engagierte Rektorin möchte die Kinder mit neuen Lernformen in ihren Kompetenzen stärken. Bild: Portner
Politik
Oberviechtach
12.01.2017
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Eine Nachhilfestunde in Sachen "Unterricht an der Grundschule" gab es am Dienstag für den Stadtrat. Rektorin Beate Vetterl informierte über Standards und darüber, warum Lehrer auf dem Teppich sitzen.

Der Tagesordnungspunkt "Bedarf der Grundschule" war schon Thema in der Novembersitzung. Rektorin Beate Vetterl, seit August 2016 an der Doktor-Eisenbarth-Schule, hatte in einem Schreiben das neue Lernkonzept vorgestellt und auf erhebliche Defizite bei der Ausstattung hingewiesen, insbesondere auf fehlende PCs bzw. Laptops. Der Stadtrat genehmigte 20 000 Euro im Vorgriff auf das Haushaltsjahr 2017, war sich aber auch klar, dass dies erst der Einstieg ist.

Basisausstattung fehlt

Mittlerweile ist jedes der neun Klassenzimmer mit Laptop, Beamer und Dokumentenkamera ausgestattet. Doch die Prioritätenliste, damit die rund 200 Kinder nach dem aktuellen Bildungs- und Erziehungsauftrag des Ministeriums unterrichtet werden können, ist lang. "Die Basisausstattung fehlt einfach. Mir ist bewusst, dass diese viel Geld kostet, aber sie ist halt dringend notwendig", sagte Beate Vetterl beim Rundgang durch die Grundschule. Besonders die etwas älteren Stadträte waren überrascht über die farbenfrohen und sehr unterschiedlichen Klassenzimmer. Denn da waren dann schon mal die Tische und Stühle um einen großen grünen Teppich gruppiert.

Den Hintergrund dazu erläuterte Vetterl bei einem Bildervortrag im Lehrerzimmer. So die Elemente eines modernen Unterrichts mit den Prinzipien "ich" (nachdenken), "du" (mit Partnern austauschen) und "wir" (in der Klasse reflektieren). Selbstgesteuertes, individuelles Lernen im eigenen Tempo, aber mit Basisaufgaben: Der Lehrer als Lernpartner steht nicht nur vorne an der Tafel, sondern setzt sich zu einzelnen Schülern auch mal auf den Teppich.

"Der Frontalunterricht nimmt ab, auch Ausprobieren ist Lernen", sagte Vetterl. Dafür sei unterschiedliches Material notwendig. Viele Grundschulen hätten in Ergänzung zum Klassenraum bereits eine Lernwerkstatt mit freiem Zugang für alle. "Keinen abgeschlossenen Schrank, sondern offene Regale", wünscht sie sich auch für die Oberviechtacher Schüler und denkt dabei an Lernspiele, Experimentierboxen, Karteien oder Satzsterne für Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachkunde. In der Ganztagsschule (zwei Kombiklassen 1/2 und 3/4) gibt es noch große Defizite in den Bereichen Spiel, Sport und Bewegung sowie bei den Rückzugsmöglichkeiten (Ruhe/Entspannung).

Die engagierte Rektorin freut sich, dass die Stadt als Sachaufwandsträger offene Ohren hat und stellt klar, dass das individuelle, kooperative Lernen nichts mit einem neuen Lehrplan, mit ihrer Person oder der Trennung von Grund- und Mittelschule zu tun hat - sondern im Jahr 2016/17 ganz einfach "normal" sei.

Die Basisausstattung fehlt einfach. Mir ist bewusst, dass diese viel Geld kostet, aber sie ist halt dringend notwendig.Rektorin Beate Vetterl
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