14.03.2018 - 20:00 Uhr
Oberviechtach

Stühlerücken im Oberviechtacher Stadtrat Mit Leidenschaft und Herzblut

Einschnitt mit Wehmut nach 22 Jahren: Hans Hösl, seit 1996 Stadtrat für die PWG Ortsteile und seit Mai 2014 Dritter Bürgermeister der Stadt Oberviechtach legt sein Mandat nieder. Für Hösl rückt als Stadtrat Michael Schlagenhaufer (PWG Ortsteile) und als neuer Dritter Bürgermeister Peter Forster (SPD) nach.

Bürgermeister Heinz Weigl verabschiedete Stadtrat und Dritten Bürgermeister Hans Hösl (links) nach 22-jähriger verdienstvoller Tätigkeit aus dem Gremium und übergab ein Geschenk. Bilder: Köppl (2)
von Georg Köppl Kontakt Profil

Vor einer ungewohnt großen Zuhörerkulisse hatte der Stadtrat am Dienstagabend mit 16 Punkten allein im öffentlichen Teil ein gewaltiges Pensum zu erledigen. Gleich zu Beginn gab es nach dem obligatorischen "Bericht und Informationen des Bürgermeisters" - wobei Heinz Weigl nochmal für den Besuch des Benefizkonzertes am heutigen Donnerstag warb - einen tiefen Einschnitt. Hans Hösl hatte mit Schreiben vom 10. Februar erklärt, sein Stadtratsmandat zum 1. März niederzulegen. Wie Weigl dazu ausführte, ist nach dem Gemeinde- und Wahlkreisgesetz für diesen Schritt keine Begründung mehr erforderlich und der Stadtrat habe dazu auch keinen Ermessensspielraum.

Seit 22 Jahren

Deshalb stimmte das Gremium dem Rücktritt Hösls vom Ehrenamt auch einstimmig zu. Hans Hösl (PWG-Ortsteile) wurde am 10. März 1996 erstmals in den Stadtrat gewählt und gehörte ihm somit 22 Jahre lang an. Im Mai 2014 zu Beginn der neuen Amtsperiode 2014-2020 wurde Hösl zum Dritten Bürgermeister gewählt. Seine lange verdienstvolle Tätigkeit wurde bereits mit der Bürgermedaille in Silber und der Kommunalen Verdienstmedaille gewürdigt. "Dein Abschied ist auch mit Wehmut verbunden", blendete Bürgermeister Weigl auf die jahrzehntelange Zusammenarbeit "mit einem Freund und Kollegen" zurück. Hans Hösl habe immer das Wohl aller Bürgerinnen und Bürger und besonders derer in den Ortsteilen im Auge gehabt.

Dank gesagt

"Du warst immer ein loyaler Kollege, hast immer geradlinig deine Meinung vertreten, warst nicht nachtragend, immer auf Ausgleich bedacht und hast auch mal gegen deine Fraktion gestimmt, wenn du anderer Meinung warst", so Heinz Weigl. Er blendete auch auf die verdienstvolle Arbeit von Hans Hösl für die PWG und in vielen Vereinen, vor allem für die Feuerwehr Nunzenried zurück und bekundete: "Die Stadt verliert eine besondere Persönlichkeit mit großem Fachwissen". Als symbolischen Dank überreichte Weigl im Namen des Stadtrats einen Gutschein.

Namens der PWG/SPD/JW-Fraktion sagte Fraktionssprecher Josef Lohrer dank für Hösls "erfolgreiche und verdienstvolle Arbeit". Hösl habe stets mit Leidenschaft und Herzblut, mit Umsicht und Besonnenheit für die Bürger und seine Heimatstadt gearbeitet. Seine ausgleichende Art und sein Fachwissen sei immer eine wertvolle Hilfe gewesen. "Selbst mit Hand anzulegen war dein Markenzeichen, du warst immer präsent", würdigte Lohrer auch Hösls Arbeit bei der Feuerwehr Nunzenried als Vorstand über 17 Jahre hinweg. "Du warst immer ein guter Freund und Ratgeber und hast dich um die Stadt in hohem Maß verdient gemacht", schloss Josef Lohrer und überreichte ein "flüssiges" Präsent.

Sichtlich gerührt dankte Hans Hösl für die lobenden Worte und ließ wissen, dass er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. "Aber die Gesundheit geht vor", so Hösl, der allen Kolleginnen und Kollegen quer durch die Fraktionen sowie der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit dankte. Zurückschauend könne er feststellen, dass in all den Jahren gemeinsam einiges für Oberviechtach geleistet wurde. Als Listennachfolger rückte Michael Schlagenhaufer für die PWG-Ortsteile in den Stadtrat nach.

Michael Schlagenhaufer

Erste Nachrückerin wäre Christine Bodensteiner gewesen, die jedoch erklärt hatte, das Stadtratsmandat nicht anzunehmen. Bürgermeister Heinz Weigl nahm Schlagenhaufer den Amtseid ab. Schlagenhaufer ist künftig im Bauausschuss und im Stiftungsausschuss vertreten sowie als Stellvertreter im Hauptausschuss, im Rechnungsprüfungsausschuss und im Ausschuss "Jugend, Kultur, Sport und Tourismus".

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