29.11.2017 - 20:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

20 Jahre "Franz-Jobst-Hilfe" Im Notfall schnell zur Stelle

Ein tragischer Unfall eines Offiziers ist der Anlass für die Gründung der "Franz-Jobst-Hilfe". Der Verein kümmert sich seit 20 Jahren darum, dass in Not geratenen Soldaten oder Angehörigen schnell und unbürokratisch geholfen wird. Eine neue Spendenaktion startet am Christkindlmarkt.

Die "Franz-Jobst-Hilfe" wird nach alter Tradition vom Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Christoph Huber, (Vierter von rechts) geführt. Sein Stellvertreter ist Bürgermeister Heinz Weigl (Fünfter von rechts). Bild: frd
von Christof FröhlichProfil

Die Mitglieder der "Franz-Jobst-Hilfe" trafen sich am Montag zu ihrer jährlichen Versammlung im Offiziersheim der Grenzland-Kaserne. Der Vorsitzende, Bataillonskommandeur Oberstleutnant Christoph Huber, sah es als sehr positiv an, dass seit der letzten Mitgliederversammlung keine Kameradenhilfe nötig war.

"Einsatzteams" helfen

Dennoch müsse der Verein, gerade in Zeiten der Auslandseinsätze, gut vorbereitet sein. "Alle dazu nötigen organisatorischen Maßnahmen sind getroffen", betonte Huber. In den 20 Jahren seit der Gründung konnte schon vielen Kameraden schnell und unbürokratisch geholfen werden. Die Hilfe erfolgt auf Beschluss des Vereinsausschusses und wird den Mitgliedern bei den Versammlungen bekanntgegeben. Damit auch wirklich schnell geholfen werden kann, sind "Einsatzteams" gebildet worden, die sich bei Unfällen oder bei einem plötzlichen Tod eines Kameraden - ausgestattet mit einer gewissen Summe Handgeld - sofort in Marsch setzen. Unterstützung erfolgt auch mit Organisationsmaßnahmen, dem Ausfüllen von Formularen oder durch fundierte Beratung, was sich schon einige Male bewährt habe.

Nach der Kassenbilanz von Schatzmeister Oberstabsfeldwebel a. D. Hermann Stollner fanden die Neuwahlen mit folgendem Ergebnis statt: Oberstleutnant Christoph Huber (Vorsitzender), Bürgermeister Heinz Weigl (stellvertretender Vorsitzender), Reinhold Malzer (stellvertretender Vorsitzender), Oberstabsfeldwebel a. D. Hermann Stollner (Kassier), Oberstabsfeldwebel Jürgen Wölfl (stellvertretender Kassier), MdL Alexander Flierl (Schriftführer), Oberfähnrich Marcel Rost (stellvertretender Schriftführer), Stabsfeldwebel a. D. Christoph Fröhlich (Pressewart). Kassenprüfer sind Josef Hauer und Oberstleutnant Lars Obst. Beiräte im Vereinsausschuss: Oberstleutnant a. D, Klaus Zirkelbach, Oberstleutnant Lars Obst, Altbürgermeister Wilfried Neuber, Brigitte Schneider, Hauptfeldwebel Stephan Dick und Stabsfeldwebel Marcus Schakau.

Spielzeug gegen Spende

Der Vorsitzende wies zum Ende der Versammlung darauf hin, dass der Verein beim Christkindlmarkt am 2. Dezember mit einem Stand vertreten sein wird. Gegen Spenden werden von Soldaten gebasteltes Spielzeug und Weihnachts-Dekorationsartikel abgegeben. Damit soll im Jubiläumsjahr weiteres Geld für die Kameradenhilfe in die Kasse fließen.

Die "Franz-Jobst-Hilfe"

Die "Franz-Jobst-Hilfe" wurde im Jahr 1997 in der Grenzland-Kaserne gegründet. Der Anlass war der Unfall eines aus Fischbach bei Nittenau stammenden Offiziers des Panzergrenadierbataillons 122. Oberleutnant Franz Jobst wollte am 23. Dezember 1996, also einen Tag vor Heilig-Abend, seine Gattin Dora von der Arbeit abholen und verunglückte dabei tödlich. In der Kaserne herrschte blankes Entsetzen, denn der Offizier war erst 37 Jahre alt und hinterließ eine Frau und zwei Kinder. Auch in seiner Heimatstadt war der damalige Kreisheimatpfleger sehr geschätzt.

Bei dem plötzlichen Tod dieses Soldaten ist der Bataillonsführung deutlich geworden, welch bürokratische Hürden es auch im finanziellen Bereich zu überwinden gibt. Bataillonskommandeur Oberstleutnant Klaus Bils ergriff die Initiative und gründete mit weiteren Mitstreitern die "Franz-Jobst-Hilfe". Dieser Verein hat es sich unter dem Motto "Kameraden helfen Kameraden" zur Aufgabe gemacht, schnell und unbürokratisch zu helfen, wenn Soldaten oder ihre Angehörigen unverschuldet in Not geraten. Dem Verein schlossen sich auch von ziviler Seite Institutionen und Einzelpersonen an und auch mit Wohltätigkeitsveranstaltungen wuchs schnell ein Basisbetrag an. Die "Franz-Jobst-Hilfe" hatte in der gesamten Bundeswehr Vorbildcharakter; auch in anderen Standorten wurden ähnliche Vereine gegründet. (frd)

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