14.02.2018 - 18:36 Uhr
Oberviechtach

Ärger trotz klarer Regelungen Rushhour am Recyclinghof

Der Kühlschrank ist ein Stromfresser und die Couch total abgesessen. Ein klarer Fall für den Recyclinghof. Doch nicht alles, was die Bürger hier ankarren, wird auch genommen. Trotz klaren Richtlinien gibt es immer mal wieder Ärger.

von Gertraud Portner Kontakt Profil

Entschlacken ist nicht nur für den Körper angesagt - auch der Wohnung tut eine Entrümpelungsaktion immer mal wieder gut. Einfach haben es dabei die Bürger im Landkreis Schwandorf. Die 24 Recyclinghöfe nehmen fast alles an, was zu Hause im Weg rumsteht. In Oberviechtach verlief der Jahresstart allerdings nicht ganz problemlos. In den sozialen Netzwerken wurden längere Staus bemängelt und eine Dame beschwerte sich darüber, dass sie die Hälfte der Sachen wieder mit nach Hause nehmen musste.

Klare Ansagen

Wer sich vorher im Müll-Magazin oder auf der Landkreis-Homepage schlau macht, erspart sich unnötigen Ärger. Aber allen recht machen können es die Männer in der orangefarbenen Arbeitskleidung eh nicht. Schicken sie jemanden mit Farbresten oder Glasbausteinen nach Hause, müssen sie nicht lange auf den Spruch "vom steuerzahlenden Bürger und sturem städtischen Personal" warten. Doch Georg Reger, seit 17 Jahren "Chef" am Recyclinghof in Oberviechtach, ist die Ruhe selbst. Und er kennt alle Tricks. Schon immer verboten ist die Anlieferung von Restmüll, was aber in der Vergangenheit oft großzügig gehandhabt wurde. Doch seit Januar ist "Schicht im Schacht". Alles was von der Größe her in die Restmülltonne passt, muss auch dort rein. Wer mehr "Glump" hat, muss sich für vier Euro einen Müllsack bei der Stadt besorgen oder dauerhaft eine größere Tonne zulegen. "Hausmüll gehört nicht in den Sperrmüll-Container. Das ist keine Schikane, sondern Gebührengerechtigkeit", sagt Landratsamt-Pressesprecher Hans Prechtl. Platz und Personal für den Wertstoffhof stellt die jeweilige Gemeinde bereit; gut bezuschusst vom Landkreis. Für die unterschiedlichen Container hat die Kreisbehörde mit verschiedenen Abnehmern Verträge ausgehandelt. Bei Eisen und Schrott läuft es trotz ständig schwankender Preise ganz gut. Verbrannt wird nur der Sperrmüll. "Insgesamt ist es eine Defizit-Sache", sagt Prechtl. Damit der Kreis mit dem "Müll-Verkauf" einigermaßen hinkommt, müssen die Container "sortenrein" sein. Das komme am Ende auch jedem Bürger bei den Abfallgebühren zu Gute. Die klaren Anweisungen der "Recyclinghof-Jungs", Georg Reger und Georg Zinkl, muss deshalb niemand persönlich nehmen. Sie müssen jede Anlieferung genau "filzen" und delegieren, was in welchem Container zu landen hat.

Stau an der Schranke

Vor allem an den Samstagen läuft es hier richtig rund. Wartezeiten von mehr als einer halben Stunde sind keine Seltenheit. Und wer zu spät kommt, hat Pech. Denn um 11.30 Uhr ist Schluss - auch wenn noch eine Schlange vor der Schranke steht. "Die Öffnungszeiten sind geregelt", sagt Georg Reger. Er lässt den Weg zu den Containern sowieso "bis zur letzten Minute" frei. Andere würden schon eine Viertelstunde früher schließen, um die letzten "Kunden" in Ruhe abfertigen zu können. "Derzeit ist nichts geplant", erklärt Prechtl im Hinblick auf eine Verlängerung. Die Bürger können aber jeden Wertstoffhof im Landkreis anfahren und so auch nach Fuchsberg ausweichen, der samstags bis 12 Uhr zur Verfügung steht.

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Weitere Informationen:

www.landkreis-schwandorf.de/Bürgerservice/Abfallwirtschaft

Vier neue Container

Geöffnet ist der Recyclinghof Oberviechtach am Mittwoch und Samstag, jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr. Die bekannten Behälter für Sperrmüll, Schrott, Altholz, Bauschutt, Flachglas, Kartonagen, Elektro-Kleingeräte, Lithium-Akkus oder Fette wurden 2016 um vier neue Container bzw. Tonnen ergänzt:

Rote Tonne

Druckerpatronen, CDs und DVDs

Hartkunststoff-Container

Alles was nicht in den grauen Sack passt (Wäschekörbe, Gießkannen).

Alttextilien-Container

Stoffreste, Bettwäsche und nicht mehr tragbare Kleidung, die als "Reissware" wiederverwertet werden kann. Keine Konkurrenz zu den caritativen Sammlungen!

Biotonne

Küchenabfälle: Reste von Obst und Gemüse, Teebeutel, Kaffeesatz, Eierschalen und Essensreste.

Ab April wird eine Sperrmüllsammlung flächendeckend in allen 33 Gemeinden angeboten. Der Tourenplan steht bereits fest: Oberviechtach mit seinen Ortsteilen ist vom 11. bis 13. Juli an der Reihe. Übrigens: Wer wissen möchte, an welchem Tag die Restmüll- und Papiertonnen sowie die grauen und blauen Säcke abgeholt werden, kann sich einen Jahresplan für seinen Ort/Straße ausdrucken (www.entsorgung-sad.de). (ptr)

Hausmüll gehört nicht in den Sperrmüll-Container. Das ist keine Schikane, sondern Gebührengerechtigkeit.Pressesprecher Hans Prechtl

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