Aktives Leben, würdiges Ende

Der Geschäftsleiter des Krankenpflegevereins, Hubert Ruml, gab einen aktuellen Bericht über den vorbildlich geführten Verein. Birgit Wölker (Mitte) und Manuela Singer-Bartos stellten die im Landkreis Schwandorf bestehende Hospizinitiative vor. Bild: weu
Vermischtes
Oberviechtach
06.12.2016
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Dem Krankenpflegeverein Oberviechtach gehören gegenwärtig 480 Mitglieder in 318 Mitgliedschaften an. Die Tendenz ist leider rückläufig. Die Caritas-Sozialstation wird seit 1. Januar 2016 selbstständig und eigenverantwortlich geführt.

Mit einem Gebet für die verstorbenen Mitglieder begann die Jahreshauptversammlung des Krankenpflegevereins im Gasthof "Post". Der Vorsitzende, Dekan Alfons Kaufmann, las alle 29 Namen vor, die seit dem letzten Treffen vor zwei Jahren verstorben sind. Kassenwartin Irene Eckl legte die finanzielle Seite des Vereins dar, der auf gesunden Beinen steht.

34 Beschäftigte

Pfarrer Kaufmann leitete zum Vortrag von Hubert Ruml über die Veränderungen der Caritas-Sozialstation (CSS) über und dankte ihm für sein "großes Engagement und die viele Energie", die er in die CSS hineinlegt. Seit 1. Januar 2016 wird die Station selbstständig und eigenverantwortlich geführt, zuvor waren vier Stationen an die Geschäftsstelle Nittenau angeschlossen. Man wollte wirtschaftlicher arbeiten, was allerdings auch mit Mehrarbeit verbunden ist, erläuterte Ruml.

Deshalb wurden elf Vorstandsmitglieder mit Dekan Kaufmann an der Spitze gewählt. Gegenwärtig sind 34 Personen bei der CSS beschäftigt, die Pflegedienstleitung hat Ilona Rösch. 125 Patienten werden täglich ambulant betreut, 7 000 Essensportionen gehen jährlich an die 60 Bezieher. Die Betreuungsgruppe für kranke und demente Personen, die sich jeden Dienstagnachmittag im Pfarrheim trifft, umfasst zehn bis fünfzehn Personen. Basteln, Singen und Kaffeetrinken stehen auf dem Programm, an dem auch Menschen teilnehmen können, die nicht von der Caritas betreut werden, betonte Ruml.

Entlastung der pflegenden Angehörigen und gegenseitiger Austausch der Patienten sind die Ziele. Mit zehn Dienstfahrzeugen werden die Fahrten zu den Patienten durchgeführt. "Wir stehen gut da, die Schwestern haben Großartiges geleistet", lautete sein Resumeé am Schluss. In den Dank stimmte auch Pfarrer Kaufmann ein. Die im Rahmen der Caritas im Landkreis Schwandorf bestehende Hospizinitiative stellte Birgit Wölker vor, die als verantwortliche Koordinatorin und Pflegefachkraft von ihrer Kollegin Manuela Singer-Bartos unterstützt wird.

90 Ehrenamtliche

"Wir schenken Zeit!", sagte Wölker und wies damit auf die Hauptaufgaben der 90 Ehrenamtlichen hin, die die Hospiz- und Trauerbegleitung absolvieren. Das Spektrum der Hospizinitiative umfasst die Begleitung sterbender Menschen bis zum Schluss, die Beratung von Angehörigen, die Vermittlung von weiteren Fachstellen wie Psychologen, Vermittlung von Geistlichen, Weiterbildung, Kooperation mit Diensten wie Sozialstationen, Ärzten, Kliniken und palliativen Einrichtungen. Da die nächstgelegenen Hospize in Neustadt an der Waldnaab und Regensburg sind, komme im Landkreis Schwandorf der ambulanten Hospizarbeit große Bedeutung zu.

Als Beispiel für die Erfüllung auch ausgefallener Wünsche von todkranken Menschen durch Hospizhelfer nannten die beiden Fachfrauen den Besuch im Wald, den sich eine Frau sehnlichst gewünscht hatte. Die Hospizinitiative kann kostenfrei in Anspruch genommen werden, die Krankenkassen zahlen hierfür in einen Fördertopf ein. Die Ehrenamtlichen bekommen Fahrtgeld und einen "Hospiz-Wellnesstag" pro Jahr als Dank. Im vergangenen Jahr wurden 56 Personen im Landkreis durch Hospizarbeit unterstützt. Seniorenbeauftragter Reinhold Malzer meinte in seinem Grußwort: "Ein aktives Leben ist für die ältere Generation wichtig, dazu gehört aber auch ein würdiges Ende." Im Namen der Senioren dankte er den Mitarbeitern der Sozialstation.

Krankenpflegeverein2014 wurden 37 Patienten in 9 797 Verrichtungen betreut. 2015 waren es 36 Personen mit 8 321 Verrichtungen. 10 Personen nutzen den Hausnotruf, 10 Verhinderungspflegen wurden durchgeführt. An 45 Nachmittagen kamen jeweils 10 bis 15 Personen in die Betreuungsgruppe. (weu)
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