26.04.2018 - 17:26 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Appell für 14 neue Schützenpanzer Die "Puma-Ära" bricht an

Mit Trommelwirbel fährt der neue Schützenpanzer "Puma" durch ein Spalier von Ehrengästen. Der Nachfolger des Schützenpanzers "Marder" ist nicht nur vom Namen her, sondern auch mit seiner Bewaffnung um einiges gefährlicher. Der feierliche Appell in der Grenzlandkaserne markiert einen besonderen Tag.

von Christof FröhlichProfil

Seit 1973 diente der Schützenpanzer "Marder" dem Panzergrenadierbataillon 122 als zuverlässiges und immer wieder weiterentwickeltes Hauptwaffensystem, das seinen letzten großen Einsatz in der Litauen-Mission des Bataillons hatte. Nun neigt sich diese Zeit dem Ende entgegen, 14 "Puma" sind bereits in der Grenzlandkaserne eingetroffen, im September werden 16 weitere folgen und bis Ende 2020 soll das Ziel mit 44 Panzern erreicht sein.

Mit Ehrenformation

Symbolisch passierte am Mittwochnachmittag der erste Schützenpanzer "Puma" noch einmal das Kasernentor der Grenzlandkaserne und wurde dabei von Bataillonskommandeur Oberstleutnant Christoph Huber und über 150 geladenen Gästen empfangen. Im Spalier reihten sich Bürgermeister Heinz Weigl und der stellvertretende Brigadekommandeur der Panzerbrigade 12 Oberpfalz, Oberst Klaus-Peter Berger, ein. Der Kommandeur überraschte den Bürgermeister mit einer Miniaturausgabe des neuen Gefechtsfahrzeuges. Wie er dabei betonte, breche an diesem 25. April 2018 auch für die Garnisonsstadt Oberviechtach die "Puma-Ära" an. Vor dem Appell marschierte eine Ehrenformation mit der Truppenfahne zu den Klängen des Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim ("Regimentsgruß") auf den Appellplatz ein. Oberstleutnant Christoph Huber hieß die Gäste, von denen er einige namentlich nannte, willkommen.

Neben den Traditionsvereinen aus den Patengemeinden begrüßte er die Bürgermeister Reiner Gäbl aus Eslarn, Max Völkl aus Tännesberg und Andreas Wutzlhofer aus Vohenstrauß sowie die stellvertretenden Landräte Jakob Scharf und Arnold Kimmerl. Aus dem militärischen Bereich waren die Kommandeure Oberstleutnant Jan-Mirko Schmidt vom Panzergrenadierbataillon 112 aus Regen und Oberstleutnant Jörg Witoschek vom Versorgungsbataillon 4 aus Roding gekommen. Beide Verbände sind bei der Einführung des neuen Waffensystems für die Oberviechtacher von zentraler Bedeutung, nachdem der "Puma" schon vor einem Jahr in die Bayerwald-Kaserne einrollte. In Vertretung des Generals der Panzertruppen war Oberst Michael Burkhardt nach Oberviechtach gekommen. Der Wechsel eines Hauptwaffensystems sei für die Soldaten ein einschneidender Augenblick. "Wir Panzergrenadiere leben und kämpfen im Einsatzfall mit unserem Schützenpanzer", betonte Oberstleutnant Christoph Huber.

Bessere Bewaffnung

Der Kommandeur stellte die Besatzung und die technischen Daten des neuen Gefechtsfahrzeuges vor und betonte: "Wir erhalten mit dem Puma einen der modernsten Schützenpanzer der Welt." Das Bataillon sei, nachdem der Puma offiziell 2015 in die Truppe eingeführt worden ist, das vierte Panzergrenadierbataillon des Heeres, welches mit diesem modernen Waffensystem ausgestattet wird. Wie der Kommandeur betonte, sei der "Puma" noch nicht am Ende seiner Leistungsentwicklung angekommen: "Im Bereich der Bewaffnung wird sich ab 2019 noch einiges tun. So erhalten die Pumas Panzerabwehrraketen vom Typ Mells. Damit können wir beispielsweise Kampfpanzer auf Entfernungen bis zu 4000 Meter bekämpfen. Das koaxiale Turmmaschinengewehr MG 4 wird durch das MG 5 mit dem Kaliber 7,62 ersetzt werden." Der Puma biete damit auch eine zukunftssichere Antwort auf die heutige sicherheitspolitische Lage und alle für das Militär damit verbundenen Herausforderungen. "Unser Schwerpunkt liegt wieder auf der Landes- und Bündnisverteidigung", bekräftigte der Kommandeur, bevor er einen Rückblick auf die Geschichte des Bataillons gab. Bürgermeister Heinz Weigl würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung dieses Tages für die Garnisonsstadt. Eine Waffenschau schloss sich an.

Wir erhalten mit dem Puma einen der modernsten Schützenpanzer der Welt.Oberstleutnant Christoph Huber

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Hubert Senf

Re-Post, da Kommentare im Mai 2018 gelöscht wurden (Wohl DSGVO)

Wieder eine Werbebeitrag für Aufrüstung

Dieses mal wird anstatt eines Videos allerdings eine ganze Armada an Bildern präsentiert. Damals war es ein Video:
https://www.onetz.de/grafenwoehr/politik/staerkere-kanone-fuer-stryker-us-armee-testet-neuen-radpanzer-in-grafenwoehr-d1818314.html

Ich hoffe sehr, dass dieser sachliche Kommentar nicht gelöscht wird und man im Jahr 2018 eben auch noch zumindest kriegskritisch kommentieren darf.

Wenn man so einen Artikel liest, muss man als Bürger einfach kommentieren. Warum?

Wieder einmal wird die wirtschaftliche Bedeutung von Aufrüstung/ Krieg gelobt/ betont: "Bürgermeister Heinz Weigl würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung dieses Tages für die Garnisonsstadt."

Da der Krieg ja später "wo anders" stattfindet
Auch wird nach wie vor zwischen den Zeilen suggeriert, dass die Bundeswehr nur Verteidigungsaufgaben wahrnimmt. Schaut man sich die Kriegsursachen und die Kriegs-Beteiligungen der Bundeswehr im Rahmen des "Verteidigungsbündnisses" NATO näher an (Insbesondere Kosovo - siehe YT ""Es begann mit einer Lüge" - Doku über NATO-Einsatz in Jugoslawien, ARD 2001‬‏"), dann wird schnell klar, dass diese Argumentation nicht im Ansatz haltbar ist.

Wieder stelle ich die Frage:
Sieht Onetz die unkritische Produktvorstellung mit technischen Daten von neuen Waffen/ Tötungsmaschinen wirklich als ihre Aufgabe an?
Es wird nicht kommentiert, journalistisch kritisch berichtet.
Jedem muss klar sein: Jede neue Waffe findet ihre Opfer, siehe auch YT: "Waffenexporte leicht gemacht - Die Anstalt vom 27. März 2018 | ZDF"

Meine subjektive Meinung (der in meinem Umfeld immer mehr zustimmen) nochmal konkretisiert:
Wenn nur die Bundeswehr üben würde für den Verteidigungsfall, dann würde ich sagen OK, aber wenn die USA mit Ihren über 800 Militärbasen weltweit für völkerrechtswidrige (> Das ist der legal korrekte Begriff - selbst recherchieren) Kriege ohne UN Mandat (Irak, Afghanistan, Lybien, Syrien (10 Militärbasen) ) "üben" und dabei die Bundeswehr indirekt oder direkt (ändert an der Schuld nichts) involviert sind, dann kann man das nicht gut heißen.

Ich empfehle selbst zu recherchieren:
- "lasst uns syrien aufteilen" weil gerade aktuell und die Bundeswehr involviert
- NATO ist eher ein Angriffsbündnis als Verteidigungsbündnis
- "NATO-Oberbefehlshaber a.D.: Heutige US-Kriege 1991 geplant"

02.06.2018

Nachrichten per WhatsApp