10.07.2017 - 20:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Berufsfachschüler gehen vor die Hunde Therapie mit Tieren

Berufsfachschüler gehen vor die Hunde: Therapien mit Tieren sind oft sehr erfolgreich und werden auch in der Sozialpflege eingesetzt. Beim Unterrichtsbesuch waren aber nicht nur die Streicheleinheiten ein Thema.

von Christof FröhlichProfil

(frd) Eine besonders interessante Unterrichtsstunde hatte kürzlich die Klassenleiterin der 11. Klasse Sozialpflege, Nicole Fütterer, vorbereitet. Bianca Biegerl von der "Little-Hill-Ranch" aus Rackenthal kam mit drei Hunden vorbei, um den Schülern die Arbeit und den Unterschied zwischen tiergestützten Aktivitäten und tiergestützter Pädagogik in Theorie und Praxis zu erläutern.

Pferd bis Ratte

Für eine Ausbildung im Bereich der tiergestützten Aktivitäten und Fördermaßnahmen sind keine beruflichen Vorkenntnisse erforderlich. Jedoch muss das dazu eingesetzte Tier (Hund, Pferd, Katze, Ratte, Kaninchen) auf seinen Wirkungskreis vorbereitet, sein Wesen getestet und dafür speziell ausgebildet werden. Auch eine intensive Bindung zwischen Tierführer und Tier ist unverzichtbar.

Bei der tiergestützten Pädagogik hingegen dürfen nur Fachkräfte eingesetzt werden, die bereits im pädagogischen Bereich ausgebildet sind (Pädagogen, Sozialpädagogen, Heilerzieher). Denn hier sind pädagogische Ziele ins Auge gefasst und jede einzelne Stunde muss genau dokumentiert werden.

Für beide Formen gilt der Grundsatz, dass die dazu eingesetzten Tiere ihre Würde nicht verlieren und nicht für den geschäftlichen Erfolg ausgebeutet werden dürfen. Mensch und Tier müssen an die gemeinsame Arbeit Schritt für Schritt herangeführt werden. Tierwohl und Tierschutz wird Priorität eingeräumt. Wenn sich sowohl das Tier als auch der Mensch dabei wohlfühlen, ist schon eines der wichtigen Ziele erreicht. Tiere wirken auf die Menschen alleine schon positiv durch ihre individuellen Verhaltensweisen. Bevor eine tiergestützte Therapie beginnt, muss überlegt werden, welches Ziel damit verfolgt werden soll, welchen Ausbildungsstand das Tier hat und ob es dafür geeignet ist. Die Arbeit mit den Tieren bedarf einer Zuwendung ohne Vorurteile, die "Chemie" zwischen Mensch und Tier muss stimmen und es sollte Ziel sein, ein Vertrauen zwischen dem Tier und dem zu Therapierenden aufzubauen.

Nähe und Vertrautheit

Oft können dabei die Nähe, Blicke, eine gewisse Vertrautheit und die Freude auf die Stunde mit diesem Tier wahre Wunder wirken. Auch die Tiere sind für eine gewisse Portion an "Streicheleinheiten" empfänglich. Mit praktischen Beispielen wurden die Schüler in die Arbeit mit drei Hunden eingewiesen.

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