Christfest in den evangelischen Kirchengemeinden
"Geheimnis, das uns staunen lässt"

Jugendliche und Kinder der evangelischen Kirchengemeinde stellten die Weihnachtsgeschichte in einem Krippenspiel dar und knüpften dazu einen aktuellen Bezug. Bilder: weu (2)
Vermischtes
Oberviechtach
26.12.2016
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Die Pfarrerfamilie Schlinke gestaltete die Christmette musikalisch.

Der Heilige Abend begann in der evangelischen Auferstehungskirche mit der Familienchristvesper um 17 Uhr. Pfarrer Norbert Schlinke bezeichnete die Geburt Christi als "ein besonderes Geheimnis, das uns staunen lässt".

Bereits um 15 Uhr hatte Pfarrer Schlinke den evangelischen Gottesdienstbesuchern der Schönseer Kirchengemeinde die Weihnachtsbotschaft unter dem Thema "Ich bin das Licht der Welt - Weihnachten als Licht der Welt", in einem Gottesdienst überbracht, den der Posaunenchor und der Familienchor musikalisch umrahmten.

Fest mit Erklärungsnot

In der übervollen Auferstehungskirche wies Pfarrer Schlinke später auf den eigentlichen Sinn von Weihnachten als christliches Fest hin. "Alle Welt will Weihnachten feiern, aber viele kommen in Erklärungsnot", hob er hervor. Als Fest der Familie, des Friedens, der Ruhe und Besinnung sowie der Kinder werde es bezeichnet, wobei es auch Überschneidungen gebe. "Wir Gläubigen erinnern uns daran, dass Gott Mensch geworden ist, und das ist ein besonderes Geheimnis, das uns staunen lässt", lautete seine Botschaft.

Ein modernes Krippenspiel, das von Paulette Siegl und den Kindern einstudiert wurde, spielte in zwei Welten. Einerseits wurden die Szenen des neuen Testaments traditionell dargestellt, die Kommentare der beiden Jugendlichen, die durch das Spiel führten, trafen jedoch haargenau den Zeitgeist mit all seinen Problemen. Die zwei, die anfänglich im Glauben unterschiedliche Positionen vertraten, nahmen auch Bezug auf die aktuelle Flüchtlingsthematik. Wie bei der Herbergssuche dargestellt, habe man auch heute Probleme, Fremde anzunehmen. Die drei Könige, die zur Krippe kamen, symbolisierten, dass Gott sowohl zu den Reichen als auch zu den Armen kommt. Als die zwei Jugendlichen einen "Syrer" trafen, der seit zwei Jahren in Deutschland wohnt, stand fest: "Siehst du, so viele Parallelen gibt es zwischen Bibel und dem wirklichen Leben!" Daraufhin wollte die "Ungläubige" mehr von Jesus erfahren.

Dieses "mehr erfahren" griff Pfarrer Schlinke bei seiner Predigt auf. Die Weihnachtsgeschichte sei nur der Anfang von Jesus. Mit der Auferstehung gewinne sie eine neue Bedeutung. "Auch wenn sich viele Menschen eher den Wirten nahe fühlen, vermittelt die Bibel, dass die Hilfsbedürftigen ein Recht auf Hilfe haben, und so sollte es auch bei den Flüchtlingen sein", schloss Pfarrer Schlinke seine Predigt.

Gefühlvolle Klänge

Eine gefühlvolle, meditative Christmette erlebte die Gemeinde um 22 Uhr. Mit Musik Geigen, Flöte und Gitarre begleitete Familie Schlinke die Gottesdienstbesucher, die mit viel Gesang und Texten aus dem Alten Testament auf Weihnachten eingestimmt wurden. Pfarrer Schlinke las Passagen, die die "Nacht" und die Verheißung zum Thema hatten, Pfarrerin Schlinke las dazu passende Lesungen. Mit einem Violinenduett "First Noel" verabschiedeten Miriam und Martin Schlinke die Besucher.

Am ersten Weihnachtstag feierte Pfarrerin Schlinke mit der Oberviechtacher Gemeinde den Weihnachtsgottesdienst, mit der Schönseer Gemeinde am zweiten Feiertag.
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