16.01.2017 - 02:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Dr. Alexander Ried referiert beim OWV zum Thema "Palliativmedizin" - Lebensqualität verbessern Ziel ist es, den Tagen mehr Leben geben

"Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben". Diese Aussage von Cicely Saunders, die als Begründerin der modernen Hospizbewegung gilt, stand am Anfang des Referats von Dr. Alexander Ried im Pfarrheim zum Thema "Was leistet die Palliativmedizin?" Dr. Ried ist einer von vier Teamärzten des seit etwa drei Jahren bestehenden Palliative Care Teams. Das Team der Pallicura GmbH hat sich die "Spezialisierte ambulante Palliativversorgung" (SAPV) auf Landkreisebene zum Ziel gesetzt.

Dr. Alexander Ried (links) referierte zum Thema "Was leistet die Palliativmedizin?" Für den OWV bedankte sich Günther Flierl. Bild: nid
von Josef NiederaltProfil

Dr. Ried, der auf Einladung des OWV referierte, stellte klar: "Es geht uns um die Betreuung von Sterbenden - nicht um Sterbehilfe und das Therapieziel ist nicht das Sterben sondern die Lebensqualität zu verbessern. Hauptsache ist, dass die letzten Tage gut sind und nicht, dass die Zeit verlängert wird". Seit 1. April 2007, so der Referent, hat jeder gesetzlich krankenversicherte Bürger, der an einer fortschreitenden, unheilbaren Erkrankung mit komplexem Symptomgeschehen leidet, einen Leistungsanspruch auf SAPV. Wie Statistiken zeigen, wünschten sich 76 Prozent, zu Hause zu sterben.

Der Arzt wies die zahlreich erschienen Besucher auf die Leistungen des Palliative Care Teams hin. Sie beinhalteten unter anderem: fachkompetente ärztliche und pflegerische Palliativversorgung zu Hause oder im Pflegeheim, 24-Stunden-Bereitschaft der Pflegefachkräfte und Fachärzte, Erstellung individueller Behandlungs-, Notfall- und Medikamentenpläne sowie Vermittlung ambulanter Hospizdienste, Seelsorger oder andere Einrichtungen auf Wunsch.

Ein besonderes Kriterium für den Palliativmediziner sei, Schmerzen und andere quälende Symptome zu lindern. Darüber hinaus den Angehörigen schwerstkranker Menschen eine Hilfestellung zu geben. Dr. Ried sagte abschließend: Es ist ein gutes und zufriedenes Sterben, wenn der Patient in aller Ruhe und Frieden einschlafen kann und die Angehörigen sagen, das war gut und friedlich; dann hat die Palliativmedizin einen guten Dienst gemacht". Nichts für schwache Nerven war der anschließend gezeigte Film "Halt auf freier Strecke". Dieser erhielt den Deutschen Filmpreis 2012 und zeigt das Drama eines Familienvaters, der langsam an einem inoperablen Gehirntumor verstirbt.

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