22.10.2017 - 15:36 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Exkursion offenbart Goldvorkommen in unterschiedlichen Abbaugebieten Ein bayerisches Eldorado

"Dieser Goldlehrpfad ist einer der schönsten in unserem Land, wahrscheinlich sogar der schönste weltweit", schwärmt Dr. Gerhard Lehrberger. Er kennt sich aus im "bayerischen Eldorado".

Alte Publikationen sind meist schon ausverkauft, bedauert Gerhard Lehrberger und verweist auf sein Exemplar der Heimatkundlichen Beiträge. Bilder: bgl (2)
von Ludwig BergerProfil

Lehrberger kennt ihn gut, den Pfad, der den Oberpfälzer Wald von Nord nach Süd durchquert und auch das Gebiet Oberviechtach tangiert. Bei seinem Vortrag im Kulturzentrum Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum machte er deutlich, dass die Stadt diesen Pluspunkt noch stärker in den Vordergrund rücken sollte.

Lehrberger arbeitet am Lehrstuhl für Ingenieurgeologie an der Technischen Universität München. Seine Forschungsschwerpunkte beziehen sich unter anderem auf Lagerstätten von Industriemineralen, Gold in Mitteleuropa und die Montangeschichte der Edelmetalle sowie Industrieminerale. In seinem weitgefächerten Aufgabengebiet befinden sich auch Ausstellungen und Museen. Ihm ist es zu verdanken, dass 1982 in Zusammenarbeit mit der Preussag AG das ehemalige Abbaugebiet Langau unter geologischen und mineralogischen Gesichtspunkten genau untersucht wurde.

Nun befasste sich Lehrberger bei seinem Vortrag, zu dem Interessenten sogar bis aus Kelheim und Weiden angereist waren, mit dem umfangreichen Wissen, das sich die Goldexperten inzwischen angeeignet haben. Ein Mitteilungsblatt mit der Ergebnis-Zusammenfassung über die Exkursion vom 21. April zu den Goldlagerstätten und historischen Abbauspuren im Oberpfälzer Wald trägt diesbezüglich sogar die Überschrift "Ein bayerisches Eldorado". Die Fahrtroute dieser Exkursion begann in Straubing und führte zur ehemaligen Abbaustätte Diepoldsried und dem Goldlehrpfad Gütting-Braunbeergraben in der Langau, zum Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum Oberviechtach und nach Erbendorf zum Goldseifenabbau im Hessenreuther Forst.

Demnach verfügt Bayern über zahlreiche Goldvorkommen, die von den Alpen im Süden über das Alpenvorland bis in die Berge der Böhmischen Masse verteilt sind. Vor allem in den Grundgebirgsarealen konnte eine Vielzahl von Abbauspuren entdeckt werden - meist in Form von ausgedehnten Trichtergruben- und Haldenfeldern. An wenigen Stellen fanden die Forscher auch Hinweise auf einen Abbau untertage in Form von Stollen. Dazu gehört das sogenannte "Güttingloch" in der Langau.

Die Aufbereitung der goldführenden Gesteine erfolgte direkt vor Ort, bei Festgesteinen wurden auch Pochwerke eingesetzt. Heute sind die Spuren des Goldbergbaus beliebte geotouristische Ziele. Oft werden geführte Wanderungen, so wie in der Langau, angeboten. In Oberviechtach und Erbendorf gibt es Museen mit eigenen Abteilungen zum Goldbergbau.

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