Fachleute geben Auskunft
Wo die Kirchensteuer landet

Der Leiter des Katholischen Kirchensteueramts Regensburg, Clemens Foierl (links), und der stellvertretende Leiter der Bischöflichen Finanzkammer, Wolfgang Bräutigam, (rechts) machten deutlich, dass ohne Kirchensteuer viele soziale Projekte wegfallen müssten. Bild: nid
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Oberviechtach
21.04.2017
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Wozu dient die Kirchensteuer? Das wollten 20 Zuhörer genauer wissen. Ein Gradmesser für die Kritik an dieser Abgabe?

(nid) Die Seelsorgeeinheit Oberviechtach hatte mit dem stellvertretenden Leiter der Bischöflichen Finanzkammer, Wolfgang Bräutigam, sowie dem Leiter des Kirchensteueramts, Clemens Foierl, zwei kompetente Persönlichkeiten aus Regensburg im Pfarrheim zu Gast.

Auf die Existenz der Kirchensteuer eingehend, erklärte der Leiter des Kirchensteueramts: "Die Kirchensteuer reicht zurück bis zur Säkularisation, als der Staat der Kirche Grundstücke, Vermögen und Gebäude weggenommen hatte und sich verpflichtete, sich dafür um den Unterhalt der Kirche zu sorgen."

Das erste Mal festgehalten ist die heutige Kirchensteuer in der Weimarer Verfassung (1919). Später legitimierte man das Recht der Kirche, eine Kirchensteuer zu erheben, im Grundgesetz, da der Staat die früheren Ausgleichsleistungen an die Kirche nicht mehr übernehmen wollte. Der von den Bundesländern festgesetzte Satz beträgt in Bayern und Baden-Württemberg acht Prozent, sonst überall neun Prozent der Einkommensteuer. Der stellvertretende Leiter der Bischöflichen Finanzkammer konnte mit den aktuellen Zahlen des Steuerhaushalts 2016 aufwarten. Das Gros von 86 Prozent der Einnahmen resultiert aus Steuern. Er gab zu verstehen, dass "nicht der Bischof allein über die Verwendung der Ausgaben bestimmt". Dies erfolge im 16-köpfigen Diözesansteuerausschuss, dem auch 9 Laienvertreter angehören.

Die Anwesenden hatten die Möglichkeit, sich eingehend über das umfangreiche Zahlenwerk der Jahresrechnung 2016 zu informieren und erhielten Auskunft zu Detailfragen. 542 Millionen Euro betrugen die gesamten Ausgaben des vergangenen Jahres. Hier liegen die vier Schwerpunkte bei sozialen Projekten, Baumaßnahmen des Bistums, Unterhalt von kirchlichen Schulen und der Besoldung kirchlicher Angestellter.

"Gäbe es die Kirchensteuer nicht", so der Referent, "könnten viele soziale Projekte oder seelsorgliche Angebote nicht unterstützt werden". Wie Stadtpfarrer Alfons Kaufmann zusammenfasste, dienen die Ausgaben - vereinfacht ausgedrückt - "letztlich den Menschen beziehungsweise dem Nächsten".
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