05.09.2014 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Festspiel als ein gelungenes Gemeinschaftswerk von Stadt, Schulen und Vereinen Gleich drei Eisenbärthe

von Georg LangProfil

Beim Schirmherrnempfang der diesjährigen 13. Oberviechtacher Festspiel-Inszenierung gaben sich gleich drei Eisenbärthe die Ehre und wetteiferten mit spitzen Formulierungen um die Gunst des Publikums, das sich zahlreich vor der Festspielarena versammelt hatte, um den Schirmherrn Wolfgang Händlmeyer aus Amberg gebührend zu empfangen.

Neben dem Oberviechtacher Hauptdarsteller Dr. Florian Waldherr waren auch seine Kollegen aus Viechtach und Hann. Münden gekommen und lieferten sich einen unterhaltsamen verbalen Schlagabtausch.

Viechtach führte heuer wieder sein satirisches Eisenbarth-Spektakulum auf, während sich das Spieler-Team der Patenstadt Hann. Münden an eine völlige Neuinszenierung heranwagte, in der moderne und alte Musik, Tanz-Choreaographien, Pantomime, Puppentheater und Musicalszenen einen abwechslungsreichen dramaturgischen Mix ergeben.

Abordnungen des Oberviechtacher Festspiel-Ensembles schauten sich sowohl das Viechtacher "Doc Eisenbarth Spektakel" als auch die moderne Inszenierung "What A Man" von Hann. Münden an. Eine dreißigköpfige Besuchergruppe vertiefte am vorletzten Augustwochenende die seit langem bestehenden Kontakte zur niedersächsischen Partnerstadt.

In Oberviechtach bietet der Festspielverein alljährlich in einem Zusammenwirken von Vereinen, Schulen und Bürgern der Stadt ein aktionsreiches, fesselndes Spiel. Dieses vermittelt einerseits ein authentisches Persönlichkeitsbild von Johann Andreas Eisenbarth, fängt andererseits aber auch das barocke Zeitkolorit ein und will mit spektakulären Szenen unterhalten.

Begleitet von einer Rahmenhandlung, in welcher der wiedererstandene Eisenbarth im Dialog mit einem Mädchen seinen Lebensweg schildert, blendet das Volksstück im ersten Teil auf wesentliche Lebensstationen des fahrenden Landarztes: Kindheit in Oberviechtach, Ausbildung zum Chirurgen in Bamberg, Zusammentreffen mit dem Gehilfen Pankraz und mit dem medizinischen Gegenspieler Michael von Schmalkald sowie Examen in Altenburg.

Nach der Pause erleben die Zuschauer den prunkvollen Einzug des berühmten Wanderarztes. Musikanten, Gaukler und Feuerspucker begleiten die Auftritte des begnadeten Arztes, der nicht nur dem Volk und dekadenten Adeligen hilft, sondern nachweislich auch in den Diensten des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. stand, als er in einer riskanten Operation dessen Obristen von Grävenitz heilte.

Ausladende Volksszenen auf der Freitreppe vor der Stadtpfarrkirche, spektakuläre artistische Vorführungen, Situationskomik und hintergründiger Humor prägen das unterhaltsame nächtliche Spektakel auf dem Oberviechtacher Marktplatz, in dem über 100 Laienspieler mitwirken.

Das Festspiel in der Geburtsstadt Eisenbarths, das alljährlich im Frühsommer aufgeführt wird, ist zu einem festen Programmpunkt im Reigen der ostbayerischen Freilichtspiele geworden.

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