06.04.2018 - 20:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Frühere Metzgerei Suckart wechselt den Besitzer Hängepartie für die "Tafel"

Ein Domizil mit Unsicherheitsfaktor: Mit dieser Situation ist die "Oberviechtacher Tafel" konfrontiert, nachdem das Gebäude der früheren Metzgerei Suckart den Besitzer gewechselt hat. Allzu sehr muss die "Tafel" aber wohl nicht bangen.

Verkauft: Die frühere Metzgerei Suckart hat den Besitzer gewechselt. Die "Oberviechtacher Tafel" hofft nun, dass sie auch weiterhin das Erdgeschoss als Ausgabestelle für Lebensmittel an Bedürftige mieten kann. Bild: Bugl
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Ich hoffe, dass sich nicht ändert, wir haben noch keinen Kontakt zu dem neuen Besitzer", meinte Friedrich Keller, Vorsitzendern der "Oberviechtacher Tafel", der erst am Donnerstag von dem Besitzerwechsel erfahren hat. "Wir haben ja auch das Inventar mitgemietet, Ersatz zu finden wäre nicht so einfach."

Seit Dezember 2011 sind die Räume der ehemaligen Metzgerei an der Ecke Nabburger Straße/Karfreitagsgasse an die "Tafel" vermietet. Rund 50 ehrenamtliche Kräfte kümmern sich dort darum, dass Bedürftige all jene Lebensmittel erhalten, die sonst weggeworfen würden. Die oberen Stockwerke hat der Landkreis angemietet, dort sind Flüchtlinge einquartiert. Jetzt ist das Haus verkauft worden, der neue Eigentümer kommt aus dem Großraum München. Das bestätigte am Donnerstag Vorbesitzer Josef Suckart. Ebenfalls am Donnerstag, dem regulären Ausgabetag in Oberviechtach, hat auch "Tafel"-Vorsitzender Keller von der Transaktion erfahren. Ganz überraschend kommt der Verkauf für Keller nicht: "Das war schon länger im Gespräch." Andererseits hätten Interessenten hier auch einen gewissen "Investitionsstau" in Kauf nehmen müssen. Ein Nachteil, der den Verein wiederum nicht gestört hat. "Für uns ist die Lage ideal und auch der Umstand, dass es sich um eine ehemalige Metzgerei handelt", erklärt Keller, der gerade die vorhandene Kühlung für die Lagerung der empfindlichen Lebensmittel zu schätzen weiß - auch wenn vieles schon reparaturanfällig ist.

"Wir verlieren da jetzt natürlich einen wichtigen Ansprechpartner vor Ort", bedauert er und hofft, dass der neue Vermieter bald Kontakt aufnimmt. Der frühere Eigentümer Josef Suckart jedenfalls ist zuversichtlich, dass die "Oberviechtacher Tafel" bleiben kann. Wegen der gewerblichen Nutzung erstrecke sich der Kündigungsschutz auf ein halbes Jahr - "und der Kaufvertrag löst keinen Mietvertrag auf". "Die Tafel bleibt", meint er. Das hofft auch "Tafel"-Chef Keller, der den Unsicherheitsfaktor mit dem neuen Vermieter, so bald wie möglich aus der Welt räumen will. "In fast allen Städten, beispielsweise auch in Weiden, wird die Miete über kommunale Mittel finanziert, wir zahlen das aus eigener Tasche", gibt er zu bedenken.

Auch wenn die Lebensmittel kostenlos sind, rund 1000 Euro hat die "Tafel" mit ihren Ausgabestellen in Oberviechtach und Neunburg monatlich an Unkosten zu schultern: "600 Euro Miete für die beiden Geschäfte, je 100 Euro Strom, dazu Benzin für das Transportfahrzeug, Steuer, Versicherung, TÜV". Dass es mit dem System "Tafel" gut klappt, hängt deshalb für den Vorsitzenden auch wesentlich von der Spendenbereitschaft ab, die bislang gut klappt, "aber das kann sich auch mal ändern".

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