16.03.2018 - 20:00 Uhr
Oberviechtach

Gaujungendleiterin setzte sich für schießsportbegeisterte Jugend ein Auflösung des Bogenclubs vertagt

Diese Versammlung haben sich die Mitglieder des Bogenclubs ganz anders vorgestellt. Längst haben sie sich mit dem Gedanken an eine Auflösung abgefunden. Doch dann kommt es in letzter Minute anders.

von Christof FröhlichProfil

Die Auflösung des Vereins stand bei der Mitgliederversammlung ganz oben auf der Tagesordnung des Bogenclubs. Doch bei dem Treffen im Vereinslokal Grundler wurde dieser Schritt auf einstimmigen Beschluss der anwesenden Mitglieder noch einmal geblockt.

Mit 10:1 Stimmen hatte der Club im Vorjahr beschlossen "mit dem Verein in Richtung Auflösung zu gehen". Der Grund: Die Stadt hatte den Pachtvertrag für das Vereinsgelände samt Vereinsheim am Sandradl gekündigt - wegen "mangelnder Aktivitäten des Bogenclubs". Außerdem hatte sich kein neuer Vorstand für den Verein gefunden. So wäre am Samstag die Auflösung eine zwangsläufige Folge gewesen.

Nach der Begrüßung durch Vorsitzenden Michael Zimmet ergriff die neu gewählte Gaujugendleiterin des Schützengaus Oberviechtach, Martina Herrmann, das Wort. Sie bat darum, sich die Auflösung dieses seit Generationen bestehenden Vereins noch einmal gut zu überlegen, da es in der Region sehr wohl am Bogensport interessierte Familien und Kinder gebe, die nur gezielt angesprochen und zum Vereinsbeitritt animiert werden müssten. Eine davon sei ihre eigene Familie. Tochter und Sohn seien am Schützensport sehr interessiert und für den Schützenverein "Einheit" Weiding schon auf Oberpfälzer und bayerischer Ebene recht erfolgreich gewesen. Ihr seien auch weitere am Bogensport interessierten Familien bekannt, doch fehle denen in der Region ein Ort, an dem sie ihren Sport ausüben und für sportliche Erfolge trainieren können. Da wäre es "jammerschade, wenn die hier in Oberviechtach bereits vorhandenen Ressourcen nicht weiter genutzt werden sollten", stellte sie fest. Auch ließ Martina Herrmann durchblicken, dass sie und ihr Mann durchaus bereit seien, an der Bildung eines neuen und stark verjüngten Vorstandsteams mitzuarbeiten. Dazu brauche man aber zumindest in den ersten beiden Vereinsjahren die Unterstützung der bisherigen Vorstandsmitglieder und erfahrener Bogenschützen.

Chance zur Förderung

Zum Schießsport im Gau gehöre das Bogenschießen, nicht zuletzt auch deshalb, weil in den vergangenen Jahrzehnten gute Erfolge erzielt werden konnten. Kinder und Jugendliche, die Freude am Bogensport haben, könne man so fördern. Aus all diesen Gründen sollte mit der Stadt noch einmal über die Verlängerung des Pachtvertrages gesprochen werden, so das Fazit Herrmanns. Wenn diese Gespräche erfolgreich verlaufen, könne man das bisherige Sportgelände am Sandradl samt Sportheim wieder mit Leben erfüllen.

Einige Anwesende, unter ihnen das Gründungsmitglied des Bogenclubs, Alois Früchtl, sprachen sich dafür aus, die Auflösung des Bogenclubs an diesem Abend nicht zu beschließen, ihn zumindest zu vertagen und gemeinsam auf einen Neuanfang zu setzen. Nach einer längeren Diskussion konnte die ältere Generation im Verein davon überzeugt werden, dass dies die bessere Lösung ist. Im Falle eines Neuanfangs kündigten bewährte Kräfte auch die Mitarbeit im Verein als Beisitzer an - zumindest für eine Übergangszeit von zwei Jahren.

Konzept erarbeiten

Somit wurde einstimmig beschlossen, zeitnah das Gespräch mit Stadt und Bürgermeister wegen einer Verlängerung des Pachtvertrages zu suchen. Martina Herrmann und den sportbegeisterten Familien will der Club damit die Chance geben, für den Verein eine neues Zukunftskonzept mit Bildung einer neuen Vereinsführung zu erarbeiten.

Es wäre jammerschade, wenn die hier in Oberviechtach bereits vorhandenen Ressourcen nicht weiter genutzt werden sollten.Martina Herrmann, Jugendleiterin des Schützengaus Oberviechtach
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