05.09.2014 - 00:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Gründung des Gymnasiums vor 50 Jahren - Bekenntnis zum ländlichen Raum Regionalität und Weltläufigkeit

von Georg LangProfil

"Das Ortenburg-Gymnasium hat es in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder vermocht, den Schülern die zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit notwendigen Anregungen zu vermitteln, so dass sich alle Interessen und Talente im schulischen Leben wiederfinden konnten."

Diese Würdigung von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bezieht sich auf das pädagogische Angebot des Oberviechtacher Gymnasiums, das vor 50 Jahren seinen Unterrichtsbetrieb aufnahm.

Schon die Gründung zeigt, dass die verantwortlichen Politiker die Zeichen der Zeit erkannten. Aber auch die Schule selbst hat immer wieder die Chancen genutzt, "den jungen Menschen neue Möglichkeiten zu eröffnen", wie der Kultusminister in seinem Grußwort in der Jubiläumsfestschrift betont.

"Vor 40 Jahren war es unvorstellbar - vor 20 Jahren wäre dieser Gedanke als Phantasterei abgetan worden - heute ist es Wirklichkeit: Oberviechtach hat sein Gymnasium!" Mit diesen Worten leitete Bundesminister Alois Niederalt vor 48 Jahren, am 30. September 1966, seine Festrede bei der Einweihung des Gymnasiumsneubaus ein. Der Minister für Angelegenheiten des Bundesrates war ein gebürtiger Niedermuracher und gehörte neben Ministerpräsident Alfons Goppel zur Spitze der Ehrengäste, die dem Weiheakt durch Domkapitular Josef Erhardsberger, dem ehemaligen Stadtpfarrer von Oberviechtach, beiwohnten.

Zu diesem Zeitpunkt bestand das Oberviechtacher Gymnasium als "Oberrealschule im Aufbau" bereits zwei Jahre und stand unter der Leitung von Studienprofessor Erwin Spitz. Dieser war am 28. Juli 1964 von der Oberrealschule Weiden an die Oberrealschule Oberviechtach versetzt und mit der Führung der neuen Schule beauftragt worden.

Der "Mut" von 1964, den Altlandrat Volker Liedtke in seinem Grußwort würdigt, trug vielfältige Früchte. Der erste Abiturjahrgang verließ 1973 das OGO. Die Gesamtzahl der Schüler betrug damals 492.

Im Jahr 2011 wurden am OGO 870 Schüler von 80 Lehrkräften unterrichtet. Um dieser kontinuierlich gestiegenen Schülerfrequenz gerecht zu werden musste der Landkreis Schwandorf als Träger der Schule immer wieder gravierende Baumaßnahmen realisieren - etwa den Westanbau, die Dreifachsporthalle, den Erweiterungsbau mit Mensa, Computerraum und Nachmittagsbetreuung oder die grundlegende Sanierung des Altbaus mit Erweiterung des Fachraumangebots.

Erste internationale Schüleraustausch-Erfahrungen wurden bereits in den 70er Jahren mit Clintonville in den USA gemacht. Seit den 80er Jahren wird die Weltläufigkeit des Gymnasiums weiterentwickelt - und zwar mit den französischen Schulpartnerschaften sowie den Kontakten zur Prager Obchodni Akademie. Diese Verbindungen führen seit Jahrzehnten alljährlich viele Jugendliche im Sinne der Persönlichkeitsentfaltung, aber auch der europäischen Integrationsbewegung, zusammen.

Zu einem lebendigen Schulleben gehören auch zahlreiche außerunterrichtliche Veranstaltungen wie Konzerte und Theateraufführungen. Beispielsweise haben im Ortenburg-Ensemble über Jahrzehnte hinweg Schüler und Ehemalige beeindruckende Inszenierungen geboten, etwa den Jedermann, Faust, Antigone, die Physiker und die Dreigroschenoper. (Fortsetzung...)

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