13.01.2017 - 16:40 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Neujahrsempfang im Zeichen der Litauen-Mission Großauftrag fordert Grenadiere

Rund 300 Gäste waren beim Neujahrsempfang von Stadt und Panzergrenadierbataillon 122 im neu renovierten Emil-Kemmer-Haus anwesend. 300 Soldaten sind es auch, die ab nächster Woche nach Litauen verlegen. Der Kommandeur informierte über Details.

Bürgermeister Heinz Weigl (links mit Gattin Agnes) begrüßte alle Gäste mit Händedruck, darunter auch MdB Karl Holmeier (dahinter), stellvertretenden Landrat MdL Joachim Hanisch, die Bürgermeister der Nachbargemeinden und eine Abordnung der Partnergemeinde Raschau (rechts). Bilder: frd (2)
von Christof FröhlichProfil

Mit dem Marsch "In Harmonie vereint" eröffnete die Stadtkapelle den Neujahrsempfang musikalisch. Bürgermeister Heinz Weigl - der zuvor schon zusammen mit Bataillonskommandeur Christoph Huber jeden Gast per Handschlag willkommen geheißen hatte - übernahm den Begrüßungspart. Sein erster Gruß galt den beiden neuen Pächtern und "Hausherrn", Geschäftsführer Michael Stovicek und Küchenchef Frantisek Adamek, die das Haus ab 22. Januar für die Bevölkerung öffnen werden. Mit ihrem Büfett gaben sie eine gute Visitenkarte ab. Weigl sprach die Hoffnung aus, dass das gründlich renovierte Haus von den Soldaten und der Zivilbevölkerung gut angenommen wird.

Hochrangige Gäste

Namentlich erwähnt wurden unter anderem Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier, die Landtagsabgeordneten Alexander Flierl, Franz Schindler und der stellvertretende Landrat Joachim Hanisch. Stellvertretend für den militärischen Bereich begrüßte er Oberst a. D. Franz Renner und die beiden ehemaligen Kommandeure, Oberst Jochen Schneider und Oberstleutnant a. D. Ulrich Bucher. Anwesend waren viele Amts- und Behördenvorsteher, Vertreter von Vereinen und Traditionsverbänden sowie Ehrenbürger und Altbürgermeister Wilfried Neuber. Besonders freute sich Weigl, dass auch der neue Geschäftsführer der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS), Diakon Gregor Bellin, nach Oberviechtach gekommen war. Ihm galt der Dank, dass die KAS so viel Geld in die Renovierung des Soldatenfreizeitheimes investiert hat. Weigl ging auch auf den großen Auftrag des Bataillons, der Verlegung nach Litauen ein. Dazu findet am Donnerstag, 19. Januar, ein Abschiedsappell im Jahnstadion statt.

Auch Oberstleutnant Christoph Huber entbot den zahlreich anwesenden zivilen und militärischen Gästen seinen Willkommensgruß. In einer Rückschau blendete er noch einmal auf das vergangene Jahr zurück und nannte die Unterstützung bei der Flüchtlingshilfe sowie das Festwochenende "60 Jahre Panzergrenadierbataillon 122 und 55 Jahre Standort Oberviechtach" und dankte für den tollen Zusammenhalt. Huber verwies auf die multinationale Übung "Allied Spirit" im Dezember. Auch die Ausbildungsmission in der Mongolei - dafür waren 46 Panzergrenadiere abgestellt - war eine große Herausforderung. Dass die Oberviechtacher Soldaten ihr Handwerk verstehen, hätten sie auch eindrucksvoll im Juli bei der Brigadeübung "Frankendolch" gezeigt. Daneben musste der normale Ausbildungsdienst sichergestellt werden. Nicht unerwähnt ließ er das Rekordergebnis von 33 085 Euro bei der Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. In seinem Ausblick stellte Oberstleutnant Huber fest, dass die bereits in diesem Jahr geplante Umrüstung vom Schützenpanzer Marder auf den Schützenpanzer Puma sich etwas verzögert.

Im Kern des Heeres

Ausführlich informierte der Bataillonskommandeur über die Vorbereitungen zur Litauenmission (siehe auch Artikel vom 12. Januar), welche eine große logistische Herausforderung darstellt. Alleine 120 Seecontainer, 30 Kettenfahrzeuge und 200 weitere Fahrzeuge müssen in mehreren Eisenbahntransporten verlegt werden. Auf die dort auf sie zukommenden Aufgaben seien die Soldaten bestens vorbereitet. "Wir Oberviechtacher Panzergrenadiere stellen das erste Kontingent in Litauen. Dies bringt auch eine erhöhte Aufmerksamkeit der bundesdeutschen Öffentlichkeit mit sich", stellte der Kommandeur fest. Der Nato-Bündnisbeitrag werde von über 1000 deutschen, norwegischen, holländischen, belgischen und litauischen Soldaten geleistet. Von den rund 450 Soldaten aus Deutschland sind über 300 aus der Grenzlandkaserne. Die Oberviechtacher Panzergrenadiere haben auch die Ehre, diesen multinationalen Gefechtsverband anzuführen. "Die erweiterte und verstärkte Präsenz der Nato in ihren mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten stellt eine Reaktion auf das russische Vorgehen in der Ukrainekrise dar. Die Rückversicherungs- und Anpassungsmaßnahmen sind eine defensive Antwort", erläuterte Huber.

Hanisch gratuliert

In einem kurzen Grußwort stellte der stellvertretende Landrat, MdL Joachim Hanisch fest, dass es nicht von ungefähr komme, dass die Oberviechtacher Soldaten als erste nach Litauen gehen. Schließlich hätten sie sich schon bei vielen Einsätzen bestens bewährt. Er gratulierte dem Kommandeur zum guten Ausbildungsstand seiner Soldaten. KAS-Geschäftsführer Gregor Bellin bat die Anwesenden, das Emil-Kemmer-Haus anzunehmen und ab 22. Januar mit Leben zu erfüllen.

Wir Oberviechtacher Panzergrenadiere stellen das erste Kontingent in Litauen. Dies bringt auch eine erhöhte Aufmerksamkeit der bundesdeutschen Öffentlichkeit mit sich.Bataillonskommandeur Christoph Huber

Verabschiedung

Der Abschiedsappell für die über 300 Soldaten, die zusammen mit Bataillonskommandeur Christoph Huber für ein halbes Jahr nach Litauen verlegen, findet am Donnerstag, 19. Januar statt. Beginn ist um 15.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Johannes. Um 16.45 Uhr Appell im Jahnstadion. Die Panzergrenadiere treffen sich anschließend mit geladenen Gästen in der Mehrzweckhalle.

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