23.08.2017 - 14:52 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Patroziniumsfest in Wildeppenried Mut zum Glauben

Die größten und schönsten Feste in kleineren Orten haben meist einen kirchlichen Hintergrund. Warum aber wird in Wildeppenried der Hl. Bartholomäus gefeiert, wenn der Kirchenpatron, der im Jahr 71 nach Christus den Märtyrertod gestorben ist, Nathanael geheißen hat?

Bei der Prozession durchs Dorf bekannte die Bevölkerung ihren Glauben. Bilder: frd (2)
von Christof FröhlichProfil

-Wildeppenried. Diese vermeintliche Unstimmigkeit lässt sich leicht erklären, denn die Bibelwissenschaft sieht in Nathanael und dem Hl. Bartholomäus ein und dieselbe Person. Erst nach seiner Berufung zum Apostel ist Nathanael zum Bartholomäus geworden, den Jesus Christus auch als einen "Mann ohne Falschheit" bezeichnet hat.

Prozession durchs Dorf

Der Kirchenpatron ist am Sonntag in Wildeppenried wieder in gebührender Form mit einem kirchlichen und einem sich daran anschließenden weltlichen Fest gefeiert worden. Den Festgottesdienst zelebrierte Kaplan Martin Popp, der am Beginn seiner Predigt eine Parallele zwischen seinem eigenen Herkunftsort und Nazareth herstellte. Denn es herrschte vor der Ankunft von Jesu die Meinung, dass aus Nazareth nichts Gutes kommen könne. Doch in beiden Fällen war das ein Irrtum.

In der Predigt wurde aber auch deutlich, dass den Unbekannten und "neuen" Persönlichkeiten oft Vorurteile entgegengebracht werden, die unbegründet sind und die auch Nathanael gegenüber Jesus hatte. Doch er ließ sich von den Worten von Philippus "Komm und sieh" überzeugen und erkannte sofort in Jesus den Sohn Gottes. Auch wir, so der Geistliche in seiner Predigt weiter, sollten öfter den Mut zum Glauben haben und ihn gegen viele Vorurteile hinweg bekennen, so wie das im Anschluss mit der Prozession durch die Straßen des Dorfes geschehen ist.

Nach der kirchlichen Feier, die durch die herrlichen Stimmen des Pullenrieder Kirchenchores unter der Leitung von Rudolf Teplitzky zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen erst zu einem wahren Festgottesdienst geworden ist, ging es zur weltlichen Feier in Form eines zünftigen "Weißbier- und Weißwurstfrühstücks" in das Zelt nahe dem Dorfgemeinschaftshaus. Dort dankte der Vorsitzende der Wildeppenrieder Feuerwehr, Christian Eckl, Kaplan und Kirchenchor für den schönen Festgottesdienst und begrüßte einige Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister Heinz Weigl, Landtagsabgeordneter Alexander Flierl und das Feuerwehr-Ehrenmitglied Hans Gießübl.

Musik und Kuchen

Auch nach der Nachmittagsandacht war das Zelt schnell wieder gefüllt und die Gäste konnten sich zur Musik von Andreas Hofmeister und Felix Ach mit Kaffee und Kuchen, angerichtet vom Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein und mit Fuchsberger Bier und Grillschmankerln stärken. Langsam aber sicher geht damit der "Festreigen 2017" dem Ende entgegen.

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