25.02.2018 - 15:06 Uhr
Oberviechtach

Programm schärft Profil als "Schule ohne Rassismus" Projektwoche fürs Miteinander

Mit der Ausstellung "Menschen in Bewegung" beginnt an der Doktor-Eisenbarth-Schule eine spannende Projektwoche. Vielfältige Aktionen und Angebote schärfen in den nächsten Tagen das Profil als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Lehrerin Anja Pongratz (rechts) führte stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl, Bürgermeister Heinz Weigl und Rektor Werner Winderl durch die Ausstellung "Menschen in Bewegung". Bilder: weu (3)
von Udo WeißProfil

Eine großangelegte Auftaktveranstaltung läutete die Projektwoche an der Doktor-Eisenbarth-Schule (DESO) ein, für die Lehrerin Anja Pongratz das Programm zusammengestellt hat. Nachdem die DESO-Bläsergruppe unter Leitung von Lehrer Christian Knott zu Beginn die Schulfanfare erklingen ließ, hieß Rektor Winderl in der Aula der Mittelschule zahlreiche Ehrengäste aus Schule, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben willkommen, darunter auch das Lehrerteam zur Projektwoche mit Julia Klösel, Ursula Baumer, Corinna Ziegler und Evelyne Giewekemeyer.

Zeichen setzen

Die Schule habe die Aufgabe, für das richtige Wort, die richtige Strategie zur Konfliktbewältigung zu sensibilisieren, nannte der Schulleiter als Motivationsgrund für die Projektwoche, denn: "Neben der täglichen Arbeit in der Schule müssen auch hin und wieder Akzente und deutliche Zeichen gesetzt werden. Deshalb diese Projektwoche mit hochkarätigen Referenten, Vorträgen, Workshops und Aktionen." Die Vorstellung des abwechslungsreichen Programms (siehe Info-Element) nahm im Anschluss Projektleiterin Anja Pongratz vor.

Nach einem Zwischenstück der Bläsergruppe, der "SMS Polka", beteonte stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl in seinem Grußwort: "Wir kommunizieren heute viel mit digitalen Medien, aber den Umgang mit Menschen müssen wir analog - also von Mensch zu Mensch - lernen". Elementare Werte, Respekt voreinander und Vertrauen zueinander müssen in Familie, Schule, Verein und am Arbeitsplatz vermittelt werden. Die Verkündigung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen jährt heuer zum 70. Male, hob Kimmerl hervor, aber derzeit mache sich das Schreckgespenst von Angst und Hass bei führenden Politikern weltweit breit. "In der Auseinandersetzung um die Menschenrechte dürfen wir nicht nachlassen", schloss er sein Grußwort.

Für Meinung eintreten

"Jeder Mensch hat das Recht, seine Meinung zu sagen und zu vertreten", meinte Bürgermeister Heinz Weigl und blendete 75 Jahre zurück Hans und Sophie Scholl, die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus für ihre freie Meinung sogar in den Tod gegangen sind. Dass die Jugendlichen ihre Meinung frei äußern lernen, dazu werde die kommende Woche den Jugendlichen den Rücken stärken. "Jeder Mensch muss so genommen werden, wie er ist", lautete Weigls Statement. Er dankte ebenso wie Rektor Winderl den vielen Sponsoren, die diese enorm wichtige Woche erst möglich gemacht haben. Nach dem Abschlussstück "Ode an die Freude" lud der Schulleiter die Gäste zu einen Stehempfang mit Imbiss und zur Ausstellungsbesichtigung ein.

Immer wieder gibt es Diskriminierung, Hass und Gewalt, doch der Wert eines Menschen bestimmt sich nicht nach Hautfarbe, Religion oder Herkunft.Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl

Rund um die Projektwoche

Das Programm

Die Schüler zu sensibilisieren und couragiertes Verhalten zu fördern, ist das Ziel von zwei Theateraufführungen des "ue-Theater Regensburg" am Beginn der Woche. Gewalt und Cybermobbing werden zusammen mit Vertretern der Polizeiinspektion Oberviechtach dargestellt. Schüler erhalten Anregungen, wie sie sich bei Angriffen im Internet verhalten sollen.

Zum Thema Extremismus, das Referenten des Innenministeriums mit den Schülern behandeln, findet auch eine Lehrerfortbildung statt. Auf Integration und die Flüchtlingsthematik wird der Blick ebenfalls gelenkt. Uschi Maxim vom Jugendmigrationsdienst Schwandorf wird ihre Arbeit mit unbegleiteten Jugendlichen vorstellen, Kurzfilme mit Biographien und Schicksalen dieser Jugendlichen sollen den teils beengten Blick auf ihre furchtbaren Erlebnisse und die oftmals unvorstellbaren Fluchtursachen weiten.

Referenten des Vereins Commit aus München gestalten einen Workshop zur Ausstellung "Menschen in Bewegung". Mit großer Spannung wird der vierte Projekttag am Donnerstag erwartet. "2schneidig" alias Martin Rietsch wird an die Schule kommen und seine eigenen Lebens- und Rassismuserfahrungen als Deutscher mit nigerianischen Wurzeln erzählen und einen Workshop "Against racism" gestalten. Da er auch als Musiker bekannt ist, studiert er mit den Jugendlichen eine schuleigene Choreographie und einen Rap ein. Den Abschluss der mit vielen Erfahrungen, Informationen und Erlebnissen gespickten Projektwoche bildet der preisgekrönte Film "Willkommen bei den Hartmanns", bei dem deutsche Eigenheiten pointiert dargestellt werden. Der Film "Lola auf der Erbse" für die Klassen 5 und 6 in dem Lola alle Hebel in Bewegung setzt, um ihre türkischen Mitschüler vor der drohenden Abschiebung zu bewahren, setzt ein aufmunterndes Happy-End im Sinne eines "Wir schaffen das".

Unterstützer

Friedrich-Ebert-Stiftung München/Regensburg, Kreisjugendamt Schwandorf, MdB Karl Holmeier, Firma Weinisch, Firma Irlbacher Blickpunkt Glas Schönsee, Fima TGW Teunz, Sparkasse Oberviechtach, FEE Neunburg (weu)

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