05.03.2018 - 14:24 Uhr
Oberviechtach

"Schule mit Courage" bewegt

Die Doktor-Eisenbarth-Mittelschule bewegt bei den Mädchen und Jungen mit der Projektwoche "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ein ganze Menge. Nach Theateraufführungen, Vorträgen von Polizei und Jugendmigrationsdienst und Filmvorführungen erwarteten die Schüler als Höhepunkt den Rapper und Sänger "2schneidig" alias Martin Rietsch.

Martin Riesch alias Rapper "2schneidig" (vorne Mitte) löste mit seinem Vortrag über Rassismus, Diskriminierung und Gewalt bei den Schülern der Doktor Eisenbarth-Mittelschule Denkanstöße aus. Bei Übungen zu einem Breakdance hatten sie viel Spaß. Bild: weu
von Udo WeißProfil

Martin Rietsch hat mit seinen authentischen und tiefsinnigen Texten schon bei über 1500 Auftritten auf vier Kontinenten begeistert. Der sympathische deutsche Musiker mit nigerianischen Wurzeln besticht aber neben seiner Musik mit einem enormen sozialen Engagement.

Mit seiner Kampagne "Against Racism - for a better tomorrow" setzt er sich deutschlandweit an Schulen, Jugend- und Freizeiteinrichtungen sowie bei Fußballcamps mit interaktiven Projekttagen, Workshops und Benefizevents für ein respektvolles Miteinander ein. Mit seinen Vorträgen über seine Lebens- und Rassismuserfahrungen sowie den Workshops zog er auch die Oberviechtacher Mittelschüler in seinen Bann. Gleich beim ersten Aufwärmen hatte der Künstler, der tags zuvor noch in Washington Schüler begeisterte, die Sympathien der jungen Zuhörerschaft auf seine Seite. Mit kleinem Quiz, Späßen, Fragen und "Preisen" wie einem "Schokokuss" lockerte er die Atmosphäre auf, bevor es ernster wurde und er über seine nicht einfache Kindheit und Jugend sprach.

Werte vermittelt

Immer wieder schaffte er, es in den Dialog mit den Schülern zu kommen, die ihrerseits auch gute Gedanken und Ideen beitrugen. Sehr anschaulich zeigte er die unterschiedlichen Perspektiven auf Selbst- und Fremdbilder auf und forderte die Schüler zu differenziertem Denken und Handeln auf. Dabei vermittelte er Werte wie Respekt, Menschlichkeit und Achtung auf sehr lebensnahe Art und Weise. "2schneidig" ermutigte die Schüler, couragiert Stellung zu beziehen und sensibilisierte sie, bereits Ansätze extremistischen Gedankenguts in Alltagssituationen zu erkennen. Als ausgebildeter Suchtpräventionsberater wies er nebenbei auch auf die Gefahren von Rausch - und Suchtmittel hin. Am Nachmittag kam Bewegung in die Turnhalle.

In seinem Element

Hier war der Rapper und HipHopper in seinem Element, als er den Schülerinnen und Schülern einige Grundschritte für einen Break-Dance beibrachte und gemeinsam eine Choreographie einübte. Natürlich durfte der berühmte "Moonwalk" nicht fehlen. Ein Schultag der besonderen Art, der auch vom Kreisjugendring unterstützt wurde, machte den jungen Leuten sehr viel Spaß, gab aber sicherlich auch Anstöße zum Überdenken der persönlichen Einstellung gegenüber Rassismus, Mobbing und Fremdenhass.

Nur wegen seiner Hautfarbe wird ein Mensch als Ausländer angesehen, auch wenn er ein Deutscher ist.Martin Rietsch

Sänger und Rapper "2schneidig"

Im Rahmen seines langjährigen Engagements gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt rief Martin Rietsch alias Sänger und Rapper "2schneidig" die Kampagne "Against Racism - for a better tomorrow" ins Leben und vermittelt Kindern und Jugendlichen in seinen Programmen Inhalte rund um Integration und Antimobbing. "2schneidig" lenkt das Rampenlicht auf soziale Themen, die ihn bewegen, und ist weltweit mit Kinder- und Jugendförderungsprojekten aktiv. Ein bedeutender Ansatz für die Nachhaltigkeit der Projekte mit "2schneidig" ist, dass die Kinder und Jugendlichen mit positiven Erinnerungen nach Hause gehen, mit gestärktem Selbstbewusstsein und mehr Selbstvertrauen.

Denn die Fähigkeit, sich eine reflektierte Meinung zu bilden und diese auch entgegen eines Gruppenkollektivs Gleichaltriger zu verteidigen, erfordert Standhaftigkeit. Ziel ist es, durch Sensibilisierung für Selbst- und Fremdbilder Vorurteile abzubauen, Perspektiven aufzuzeigen, Begegnung zu schaffen und gleichzeitig das persönliche Selbstbewusstsein zu stärken mit der Ermutigung, sich bei Unrecht und Gewalt couragiert zu zeigen und sich auch entgegen von Gruppenzwängen standhaft für Menschlichkeit positionieren zu können. (www.2schneidig.com) (weu)

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