11.07.2017 - 15:50 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Seniorenakademie Bayern tagt in Oberviechtach Attraktive Ideen für Senioren

In den Wohnblocks der Bundeswehrsiedlung trifft man keine Soldaten mehr an. Hier könnten barrierefreie Wohnungen für ältere Menschen entstehen. Dies war ein Thema der Seniorenakademie Bayern, die sich beim Seminartag in Oberviechtach zur Orts- und Bedarfserkundung aufmachte.

Im Seminarraum der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule wurde der theoretische Teil bearbeitet. Ruth Burchhard (stehend) von der Seniorenakademie moderierte die Veranstaltung, die vom Seniorenbeiratsvorsitzenden Reinhold Malzer (Dritter von links) und seiner Frau Marianne perfekt vorbereitet wurde.
von Udo WeißProfil

"Doktor Eisenbarth" (Klaus Habl) begrüßte die zahlreichen Teilnehmer, die auf Einladung des Seniorenbeiratsvorsitzenden Reinhold Malzer in die Doktor-Eisenbarth-Mittelschule gekommen waren. Das Tagesseminar der Seniorenakademie Bayern mit dem Thema "Orts- und Bedarfserkundungen planen, durchführen und auswerten" richtete sich an Mitglieder des Seniorenbeirats, an Nachbarschaftsvereine und Leiter von Seniorengruppen.

Bedarf erkunden

Zweite Bürgermeisterin Christa Zapf und Rektor Werner Winderl hießen die Gäste willkommen, die auch aus Neunburg, Rötz, Teunz, Winklarn und Moosbach, aber auch aus dem Großraum München, Neu-Ulm, Waldershof und Weiden anreisten. Ein besonderer Gruß galt Ruth Burchhard von der Leitung der Seniorenakademie und Herbert Blüml, ehrenamtlicher Referent, die beide aus München angereist waren.

Blüml führte eingangs in die Thematik ein und Reinhold Malzer ließ die "Historie der Bundeswehrsiedlung Oberviechtach", die an diesem Tag auch zum Thema gemacht wurde, Revue passieren. Im Jahr 1961 wurde Oberviechtach zur Garnisonstadt und der Zuzug von Bundeswehrfamilien machte den Bau mehrerer Wohnblocks nötig. Höhere Dienstgrade stellten höhere Anforderungen an das Wohnumfeld und so sind die Häuser mittlerweile nicht mehr von Soldaten bewohnt. Peter Spichtinger vom Baureferat ging auf die demografische Entwicklung der Stadt und die Stadtentwicklung ein.

In einer Gruppenarbeit sollten die Teilnehmer herausfinden, welche Bedingungen zum Leben nötig sind. Zu den Begriffen öffentliches Leben, Gesundheit, Veranstaltungen und Bedarf des täglichen Lebens suchten die Teilnehmer Beispiele, die auf Kärtchen festgehalten wurden. Nach dem Essen, das in der Mensa eingenommen wurde, unternahmen Marianne und Reinhold Malzer mit den Teilnehmern, in zwei Gruppen aufgeteilt, eine Ortsbegeheng sowie eine Erkundung der Geschäfte unter dem Gesichtspunkt Barrierefreiheit und Seniorentauglichkeit.

Auch einige Schülerinnen der Mittelschule beteiligten sich an dem Rundgang und berichteten über ihre Eindrücke. Der Fokus lag auf der Bundeswehrsiedlung, die sich durch ihre günstige Lage zur Innenstadt gut für Seniorenwohnungen eignen würde. Über die Möglichkeiten zum modernen barrierefreien Umbau gab Architekt Christian Schönberger wertvolle Vorschläge und unterlegte sie mit digitalen Planzeichnungen und Fotos. Mit energetischer Sanierung und Aufzug vom Keller bis zum Dachgeschoss könne man aus den Blocks attraktive Wohnungen gestalten. Ruth Burchard moderierte die Auswertung der Begehungen, bei dem auch fehlende Gehsteigabsenkungen und Geländer, die steile schiefe Ebene an der Mittelschule oder der Kies zwischen den Gräbern angesprochen wurden.

Kreisverkehr wichtig

Auch der angedachte Kreisverkehr bei der AOK mit entsprechenden Überquerungshilfen wurde thematisiert und als wichtig erachtet. Die Ergebnisse der Begehung werden an die Stadt weitergeleitet. "Nicht Kritik soll unsere Aktion sein, sondern Anregung, manches noch besser zu machen", betonte Reinhold Malzer. "Die Probleme, die man gefunden hat, sind in allen Städten und Ortschaften zu finden", war das Resümee eines Teilnehmers. Aufgelockert wurde der Nachmittag durch Kaffee und Kuchen, für den Lehrerin Gerlinde Lohrer in hervorragender Weise sorgte.

Marianne Deml aus Neunburg sprach im Namen aller Teilnehmer Marianne und Reinhold Malzer einen Dank dafür aus, dass sie einen derartig interessanten Lehrgang nach Oberviechtach gebracht haben. Sie sprach die enorme Arbeit an, die dabei im Vorfeld sowie am Seminartag geleistet wurde.

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