07.03.2018 - 20:00 Uhr
Oberviechtach

TÜV-Mitarbeiter informiert bei den Oldtimerfreunden Lukahammer über Regelungen im Straßenverkehr Unwissenheit schützt nicht vor Bestrafung

Sichtlich überrascht vom großen Andrang begrüßte der Vorsitzende des Oldtimervereins Lukahammer die Interessierten an einem Informationsabend, bei dem es um Vorgaben und Gesetzesregeln rund um Brauchtumsveranstaltungen oder zulässige Maße und Ladung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen ging. Bei Oldtimertreffen wird oft unbewusst einiges falsch gemacht, was zu empfindlichen Strafen wegen Verstoßes gegen die Straßenverkehrszulassungsordnung führen kann.

Der Vorsitzende des Oldtimervereins Lukahammer, Christian Biegerl (links), dankte Anton Herrmann von der TÜV-Niederlassung Amberg mit einem kunstvoll gefertigten "Oldie" für den informativen Vortrag. Bild: frd
von Christof FröhlichProfil

Referent war Dipl. Ing. (FH) Anton Herrmann von der TÜV Niederlassung Amberg, der an diesem Tag seinen "Ruhestand" antrat. Zunächst blendete er auf die Gründung des "Technischen Überwachungsvereins" (TÜV) vor über 100 Jahren zurück. Alle Vorgaben, was Fahrzeuge und technische Geräte und deren Betrieb anbetrifft, sind in der Straßenverkehrsordnung, Straßenverkehrszulassungsordnung, Fahrzeugzulassungsverordnung und in der Fahrerlaubnisverordnung geregelt.

Dazu kommen viele technische und gesetzliche Ausführungsbestimmungen, die es zu beachten gibt. "Unwissenheit schützt nicht vor Bestrafung", betonte Herrmann. Der TÜV-Fachmann, der auch Führerscheinprüfer ist, ging auf die Neuerungen im Schilderwald ein, wobei er einige neue Verkehrsschilder und ihre Bedeutung, vorstellte. Sehr informativ war der Einblick in Vorgaben und Gesetzesregelungen bei Brauchtumsveranstaltungen, wozu ein reines Oldtimertreffen nicht gezählt wird. Möglich ist dies, wenn beim Treffen Einblicke in alte Handwerkskunst, der Gebrauch alter Dreschmaschinen, oder der Verkauf von Ersatzteilen angeboten wird. Hier gelten dann andere Vorgaben für die Anfahrt/Rückfahrt in Verbindung mit den Zulassungsverordnungen. Detailliert ging Anton Herrmann auf die vielen "Sünden" bei Faschingsumzügen ein, die bei Personenschäden mit hohen Strafen geahndet werden können, wobei er in Bildern viele Negativbeispiele aufzeigte. So müssen beispielsweise Motivwagen mit mehreren Etagen vom TÜV abgenommen werden, entsprechende Verkleidungen und abgesicherte Sitz- und Stehgelegenheiten für Personen vorhanden sein und die freien Räume zwischen den Zugfahrzeugen und den Wägen durch Personen abgesichert werden. Weiterhin darf bei Umzügen nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Auch der Einsatz von Pferden bei Umzügen bietet sehr oft hohe Risiken.

Weiter informierte Herrmann zu dem seit 2013 geltenden neuen Führerscheinrecht, insbesondere was den "Kartenführerschein" anbetrifft. Wer als Senior noch ein Jugendbild verwendet, wird darauf nicht mehr zu erkennen sein und muss sich ein aktuelles Foto besorgen. Weitere Ausführungen machte der Referent zum LKW- Führerschein, der ab dem Alter von 50 Jahren alle fünf Jahre in Verbindung mit ärztlichen Attesten verlängert werden muss. Ein Ärgernis bei Unfällen sei immer wieder die mangelnde Bereitschaft, eine Rettungsgasse zu bilden. Am Ende der über zweistündigen Ausführungen gab es zum Dank ein "Oldie-Präsent" für den kompetenten Referenten.

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