20.01.2017 - 16:26 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Verabschiedungsappell der Oberviechtacher Soldaten für Mission in Litauen Auch die Heimat zeigt Flagge

Die Verabschiedung der Oberviechtacher Soldaten, die für ein halbes Jahr nach Litauen verlegt werden, startete mit einem ökumenischen Gottesdienst. Während es in der Predigt um die Soldaten der Bibel ging, standen beim Appell im Jahnstadion die Panzergrenadiere im Mittelpunkt.

Der Marsch der Soldaten zum Jahnstadion sollte den Ausmarsch aus Oberviechtach für die Litauen-Mission symbolisieren. Rund 300 Panzergrenadiere werden die Grenzlandkaserne für ein halbes Jahr verlassen. Bilder: frd (3)
von Christof FröhlichProfil

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Christoph Huber, Bürgermeister Heinz Weigl, Generalleutnant Carsten Jacobson, Brigadekommandeur Oberst Jörg See und sein Stellvertreter Oberst Maximilian Lindner ließen es sich am Donnerstag vor dem Verabschiedungsappell nicht nehmen, am Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche teilzunehmen und um Gottes Segen für die Soldaten zu bitten.

In seiner Predigt stellte Diakon Theo Margeth von der Katholischen Militärseelsorge in Weiden fest, dass bereits in der Bibel nachzulesen ist, dass einige Soldaten, wie der Hauptmann von Kapharnaum, sehr gute Christen gewesen seien. "Soldat und Christsein schließen sich nicht aus", so der Diakon. Der anschließende Marsch durch die Stadt, der den Ausmarsch der Soldaten aus Oberviechtach für die Litauen-Mission symbolisieren sollte, endete mit dem Einmarsch der Truppenfahne und der Ehrenformation ins Jahnstadion. Zunächst sprach der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Christoph Huber, zu den angetretenen Soldaten, deren angereisten Verwandten und Freunden. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass trotz grimmiger Kälte auch politische Ehrengäste teilnahmen, wie Landtagsabgeordneter Alexander Flierl sowie die Bürgermeister Heinz Weigl, Birgit Höcherl, Hermann Ach, Rainer Gäbl, Andreas Wutzlhofer, Rita Salomon und Alfred Wittmann von den Patengemeinden.

Optimal vorbereitet

"Sie demonstrieren damit die Nähe zu den Soldaten, die in Kürze zu ihrem verantwortungsvollen Auftrag in Litauen die Garnison, aber auch ihre Familien und Freunde für ein halbes Jahr verlassen müssen", dankte Huber. Neben einer Delegation vom österreichischen Panzergrenadierbataillon 35 waren auch die Traditionsvereine der Region mit ihren Fahnen angetreten. Anwesend waren Abordnungen aus Belgien und den Niederlanden sowie Truppenteile, welche die Oberviechtacher Soldaten nach Litauen begleiten werden. Wie Oberstleutnant Huber in seiner Rede erläuterte, haben die Staats- und Regierungschefs auf dem Nato-Gipfel im Juli 2016 entschieden, dass auch Deutschland die Führung eines Gefechtsverbandes bei der Nato-Mission "Enhanced Forward Presence" übernimmt. Kurz darauf habe das Panzergrenadierbataillon 122 den Auftrag erhalten, schon ab Anfang Februar 2017 den Kern und die Führung eines multinationalen Gefechtsverbandes bei dieser Nato- Operation - mit rein defensiven Charakters im Einklang mit der Nato-Russland-Grundakte - zu stellen. Dies sei einer der größten Aufträge in der stolzen, gut 60-jährigen Geschichte des Bataillons.

Im Dezember haben 450 Soldaten des Bataillons und aus den Verbänden der Panzerbrigade 12, die den Verband in Litauen verstärken, auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr mit Unterstützung von Kameraden aus Roding, Bogen und Pfreimd ihr professionelles Können bei Gefechtsübungen und im scharfen Schuss unter Beweis gestellt. Damit, so der Kommandeur, könne man mit Vertrauen in die Leistungsfähigkeit an diesen Auftrag herangehen und diesen im kameradschaftlichem Zusammenhalt erfüllen.

Gute Wünsche

Auch Brigadekommandeur, Oberst Jörg See, dankte den angetretenen Soldaten für diese intensive Vorbereitung. Er zeigte sich zuversichtlich, dass dieser Verband unter der Führung von Oberstleutnant Christoph Huber den Auftrag zur vollsten Zufriedenheit erfüllen werde.

Bürgermeister Heinz Weigl entbot den Soldaten namens der Bevölkerung der Region einen Abschiedsgruß und zeigte sich stolz darüber, dass gerade die Oberviechtacher Soldaten als erste zu dieser Mission ausgewählt worden sind. Er gab ihnen ein Ortsschild mit auf den Weg, verbunden mit dem Wunsch, dass alle wieder wohlbehalten in die Grenzlandkaserne zurückkehren mögen.

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