04.02.2018 - 09:28 Uhr
Oberviechtach

Oberviechtach lotet neue Marketing-Ideen aus Strategie mit "Goldstück"

Angesichts des wirtschaftlichen und strukturellen Wandels will das Wirtschaftsforum neue Wege bei der Positionierung Oberviechtachs beschreiten. Eine Agentur sieht im Begriff "Gold" gute Voraussetzungen für eine neue Markenstrategie der Stadt. Die Frage ist, wie diese Idee umgesetzt werden kann.

Mit dem Goldwaschen hat sich Oberviechtach einen guten Ruf erworben. Davon soll nun auch die Wirtschaft profitieren. Archivbild: bgl
von Georg LangProfil

Oberviechtach ist das "Goldstück Bayerns". Zu diesem Resultat kommt man zumindest, wenn man den Begriff bei Google eingibt. Marco Schmid von der Oberviechtacher Markenagentur Schmid+Kreative griff diese Tatsache auf, als er im Auftrag des Wirtschaftsforums ein Markenkonzept entwarf, das er nun den zahlreich erschienenen Unternehmern, Vereins- und Behördenvorständen im Emil-Kemmer-Haus präsentierte.

Dass in Sachen Werbung für die Stadt und die heimische Wirtschaft Initiativen ergriffen werden müssen, machte eingangs die stellvertretende Vorsitzende des Wirtschaftsforums, Regina Frauendorfer, deutlich. Sie zeigte den Wandel von soliden Handwerksbetrieben und Geschäften zu "Einkaufszentren auf der grünen Wiese", Mobilität und heutigem Internet-Handel auf. Den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels und der Veränderung der städtischen Infrastruktur müsse man sich stellen. Mit dem Bild von einem Seil mit unterschiedlich großen Schlaufen rief sie alle Anwesenden auf, sich zum "Wohle Oberviechtachs" an dem Projekt zu beteiligen. Jeder könne sich bei der Einbringung die für ihn geeignete Schlaufe aussuchen.

Jährlich 600 Goldwäscher

Marco Schmidt stellte zuerst seine Firma mit seinem sechsköpfigen Team und dem Credo "Mit Hirn, Herz und Haltung" vor. "Welche Marke kommt für Oberviechtach in Frage?", war der Ausgangspunkt bei der Suche nach Angeboten aus der Region. Hierbei stieß man immer wieder auf das Thema "Gold", wo das Tourismusbüro mit Sigrid Breitschafter schon wertvolle Vorarbeiten geleistet hatte. "600 Goldwäscher im Jahr sind beachtlich", so der Tenor.

Dass eine solche Marke für Oberviechtach gefunden werden müsse, machte der Werbefachmann bei einem Ausflug zu den großen Marken deutlich. Zum Beispiel zeigte er anhand von Porsche, Boss und Coca Cola die Wirkung von Labels auf. "Marken sind transportierte Werte, und Marken erzeugen Vertrauen." Für Oberviechtach kristallisierte sich die "Gold-Idee" heraus. Diese Marke wäre "Gold wert", wenn sie sich auf der bereits bestehenden Basis "Goldstück Bayerns" durchsetzen würde.

"Hervorragende Ansätze"

Das bereits praktizierte Goldwaschen, der Goldlehrpfad, der Goldsteig und die Goldabteilung im Museum böten hervorragende Ansätze zur Etablierung dieses Labels. Der Agenturchef zeigte konkrete Beispiele auf, wie die "Gold-Idee" auf Plakaten, Flyer, Homepage oder bereits bestehenden Emblemen umgesetzt werden könnte. Auch Institutionen wie die Schulen oder das Doktor-Eisenbarth-Festspiel und die zahlreichen Vereine könnten den Bezug zum Thema Gold vielfältig realisieren. Natürlich gelte dies erst recht für den Handel und die Wirtschaft allgemein.

Mit einer intensiven Einbeziehung der Zuhörerschaft wählte Marco Schmid eine interaktive Vortragsform. Am Schluss der Präsentation ermunterte der Vorsitzende des Wirtschaftsforums, Michael Herzog, die Zuhörerschaft zu Stellungnahmen. "Ich bin positiv eingestellt zu dieser Idee", erklärte Bürgermeister Heinz Weigl, der in dieser Initiative eine "Ergänzung zur Stadt des Doktor Eisenbarth" sieht. Der Bürgermeister rief dazu auf, dass sich alle einklinken und Vorstandsmitglied Josef Kraus forderte Firmen und Vereine auf, weitere Ideen zur Umsetzung des Projekts zu liefern.

Schritte zum "goldigen Oberviechtach"

Ein erster Schritt für die teilnehmenden Firmen-, Behörden- und Vereinsvertreter war der Eintrag der Mail-Adresse in eine Liste. Für diesen Teilnehmerkreis bietet das Wirtschaftsforum in einigen Wochen einen weiteren Termin an, wo dann schon konkrete Entscheidungen fallen sollen. Alle Sprecher betonten, dass eine möglichst breite Basis gefunden werden müsse und dass zügig an die Umsetzung der Ideen heranzugehen sei. Der Markenstratege Marco Schmid setzte einen zeitlichen Rahmen von mehreren Jahren an. (lg)

Die Marke "Goldstück Bayerns" wäre Gold wert.Diplom-Kommunikationswirt Marco Schmid

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.