30.12.2011 - 00:00 Uhr
ParksteinOberpfalz

Neustadt: Während Frauen pilgern wollen, planen Männer ihren eigenen Ausflug - Premiere des Burschenvereins Wallfahrer und Schippedupfer

Für das alljährliche Theaterspiel zwischen den Jahren wählte der Katholische Burschenverein die Komödie in fünf Tagen "Da Schippedupfer" von Peter Landstorfer aus. Die zahlreichen Rollen sind gut besetzt, und die Darsteller spielen unter der Regie von Johanna Hauer und Assistententin Julia König mit Begeisterung.

von Autor HJSProfil

Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob die Auswahl des Stückes die richtige Entscheidung war. Die Inszenierung hatte arg unter der beengten Bühne im Jannersaal zu leiden. Die Regisseurin löste die Probleme so gut wie nur möglich. Die Besucher der ausverkauften Premierenvorstellung am zweiten Weihnachtstag hatten ihren Spaß. Es belohnte das Laienensemble sowie die Inszenierung mit gehörigem Beifall.

Während sich die Frauen in Schaidlfing auf die jährliche Wallfahrt vorbereiten, rüsten sich die Männer zum Schippedupfer-Ausflug. Sowohl im Laden der Metzgerei als auch in der Wirtsstuben der Eheleute Schepps Rindl (Daniela Schmidt) und Hupf Rindl (Martin Hauer) redet man nur vom Schippedupfen und der Wallfahrt.

Pfarrer will mit

Alles scheint wie immer zu laufen. Da platzt in die Kartenrunde, zu der sich der Apotheker Salus Springorum (Matthias Reiß), der ledige Bauer Schmoich Kitze (Johannes Hausner) und der Sargschreiner Saxn-Sammer Sirtl (Stefan Winkler) in der Wirtschaft bei Hupf Rindl treffen, plötzlich Pfarrer Mendus Pockamayr (Michael Simmerl) hinein. Er erklärt, dass er diesmal mit den Männern zum Schippedupfen statt mit den Frauen zum Wallfahren gehen will.
Gegenüber den Frauen gibt er vor, dass er dringend zu einer Hospiz gerufen wurde und deshalb nicht auf Wallfahrt gehen kann. Diese kleine Schwindelei ist der Anfang einer Kette von Ausreden, Notlügen und Verwechslungen, in die sich zunächst die Männer samt Pfarrer und dann die Frauen verstricken.

Zur Einstimmung spielen Simone Bösl (Klarinette), Bianca Glaubitz (Trompete), Michael Kick (Posaune), Robert Schmidt (Trompete) und Florian Simmerl (Schifferklavier) die Ambos-Polka. Die extravagant frisierte Daniela Schmidt bringt als geschäftstüchtige Wirtsmetzgerin Schepps Rindl engagiert ihre Waren an die Kunden. Sie hört aber auch gerne auf Neuigkeiten von der elegant auftretenden Apothekerin Euklelia Springorum (Ulrike Rager) oder der robusten Pfarrersköchin Elsbett Schützin (Franziska Adam).

Letztere erzählt von einem Fensterer, der ihr angeblich einen Besuch abstattete. Als sie deswegen bei Hupf Rindl, von Hauer mimisch und gestikulierend souverän verkörpert, um Hilfe vorstellig wird, begegnet sie Pfarrer Pockamayr. Hochwürden Simmerl nimmt seiner Köchin voller Erhabenheit ganz schnell den Wind aus den Segeln.
Ganz narrisch auf das Schippedupfen sind der junge Bauer Schmoich Kitze, der Sargschreiner Saxn-Sammer Sirtl und der Apotheker Salus Springorum. Eine entscheidende Rolle fällt dem Vertreter für Abort-Artikel Oskar Beinlein (Felix Bösl) zu. Beeindruckend ist die Szene, als er Tochter d'Suse (Christine Ritter) seine Artikel anpreist, was beide super in Szene setzten.

Hübsche Mädchen

Richtig lustig wird es auf der Bühne, nachdem die Frauen einen Tag zu früh von der Wallfahrt und die Männer einen Tag zu spät vom Schippedupfen zurückkehren. Langsam kommen die Wahrheiten heraus: Hochwürden musste zu keiner Hospiz, der Hupf Rindl wurde nicht Schippedupferkönig und hübsche Mädchen warteten in Haiperding auch nicht auf die Männer aus Scheidlfing. "Von einem gewissen Fräulein Rosa wissen wir nichts". Die Frauen hatten sich ebenfalls verstrickt. Sie gingen nicht auf Wallfahrt, sondern zum Kurschattentratzen, bloß im Datum hatten sie sich geirrt.

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