11.08.2014 - 00:00 Uhr
ParksteinOberpfalz

Landwirtschaftsamt wirbt für Kombination aus Studium und Ausbildung auf dem Bauernhof Ackern auf dem Feld und im Hörsaal

Azubi Kathrin Brunnen (kniend) gibt dem sieben Tage alten Kälbchen auf dem Birkner-Hof zu saufen. Landwirtschaftsmeister Richard Birkner, Annette Karl, Gabriele Birkner (von links), Petra Dettenhöfer und Landwirtschaftsdirektor Dr. Siegfried Kiener (von rechts) ließen sich von der Abiturientin einiges über ihren sehr speziellen Ausbildungsweg erzählen. Bild: bey
von Walter BeyerleinProfil

Der wirtschaftliche Erfolg eines Landwirtes ist unabhängig vom Tierbestand oder der Größe seiner Flächen. Maßgeblich sei allein sein Können, das er sich bei der Aus- und Fortbildung aneignet. So sieht es der Chef des Landwirtschaftsamtes Weiden, Siegfried Kiener. Das erläuterte er auch den Landtagsabgeordneten Annette Karl (SPD) und Petra Dettenhöfer (CSU) am "Lernort Birkner-Hof" in Theile bei Parkstein näher.

15 intensive Monate

Abiturientin Kathrin Brunner ist seit eineinhalb Monaten Auszubildende auf dem Birkner-Hof. Sie absolviert 15 Monate lang Lehre und Studium in Almesbach gleichzeitig. Auf diesem dualen Bildungsweg soll sie fit werden, um anschließend selbst eine Landwirtschaft erfolgreich führen zu können.

Kiener stellte den Beruf des Landwirts auf eine Ebene mit Schreinern, Automechanikern oder Bürokaufleuten. Im Bereich Landwirtschaft gebe es zwölf Ausbildungsberufe, darunter den Gärtner, Fischwirt, Revierjäger, Winzer, Brenner oder auch milchwirtschaftlichen Laboranten. Landwirtschaftsmeister Richard Birkner nannte es eine neue Herausforderung, junge Menschen auszubilden und dabei gleichzeitig in die Familie selbst einzugliedern. Diese Vorgehensweise sei eine "Wertschöpfung" für Ausbilder und den Lehrling. Keinesfalls dürfe der Azubi als reine Arbeitskraft gesehen werden. Dettenhöfer bedauerte, dass die Bedeutung der Landwirtschaft in Bayern häufig unterschätzt werde, obwohl dieser Bereich zu den umsatzstärksten Branchen gehöre und mit dem Export von Gütern im Wert von acht Milliarden Euro weltmeisterlich sei. Ein Zeichen, dass Bauern höchste Qualität lieferten.

Annette Karl, langjähriges Mitglied des Agrarausschusses des Landtags, nannte die gute Aus- und Fortbildung einen Schlüssel zum Erfolg. Sie wünsche sich, dass noch mehr Akzente auf Bio-Lebensmittel gelegt würden. Dies solle aber nicht bedeuten, konventionelle und biologische Erzeugung gegeneinander auszuspielen. Es könne aber auch keine Lösung sein, diese Produkte aus weit entfernten Ländern mit niedrigen Umweltstandards zu beziehen.

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