CSU und Freie Wähler wollen ehemalige Bürgermeister ehren
Streit um Straßennamen

Nach dem ehemaligen und bereits verstorbenen Bürgermeister Karl Lukas soll in Parkstein eine Straße benannt werden. Archivbild: Popp
Politik
Parkstein
02.01.2017
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Im Baugebiet West wird eine Straße nach dem ehemaligen Bürgermeister Karl Lukas (CSU) benannt. Dies entschied der Marktrat bereits im September. Doch die Freien Wähler regen sich immer noch darüber auf und machen ihrem Ärger jetzt in einem Schreiben an die Bürger Luft.

In einem Antrag der CSU, der laut Bürgermeisterin Tanja Schiffmann sehr ausführlich ausfiel, forderte die Partei, das Engagement von Karl Lukas, 2009 verstorben, mit einer Straße zu würdigen. Lukas war von 1972 bis 2002 Bürgermeister der Marktgemeinde. "In seiner Zeit hat sich Witron angesiedelt", begründet Schiffmann die besondere Ehre. Außerdem habe Lukas das Baugebiet Süd und viele weitere ausgewiesen. Die Erfolge sind "ja nicht umstritten, er hat ja viel vollbracht für Parkstein", anerkennt Marktrat Martin Bodenmeier (Freie Wähler).

Zuerst sollte dieser CSU-Antrag im öffentlichen Teil der Sitzung besprochen werden. Doch Schiffmann forderte zu Beginn der Versammlung, dass der Tagesordnungspunkt in den nicht-öffentlichen Teil verschoben wird. Die Räte stimmten zu, erinnert sich Martin Bodenmeier. Aber: "Durch die taktische Verlegung in den geheimen Sitzungsteil wurde bewusst eine öffentliche Diskussion vermieden", heißt es nun in der FW-Jahresbilanz. Denn als das Gremium den Antrag für eine Karl-Lukas-Straße beriet, schlug die FW-Fraktion vor, Straßen nach allen drei ehemaligen und bereits verstorbenen Bürgermeistern von Parkstein zu benennen - also auch nach Johann Bodenmeier und Michael Pschierer.

Johann Bodenmeier war von 1948 bis 1966 "der erste demokratisch gewählte Bürgermeister" des Ortes, so Martin Bodenmeier. Er gehörte zunächst keiner Partei an, gründete später den SPD-Ortsverein, weiß Martin Bodenmeier. Während er im Amt war, wurden zum Beispiel die Wasserversorgung mit Tief- und Hochbehälter eingerichtet sowie die Schule, der Sport- und Festplatz errichtet. Von 1966 bis 1972 war Michael Pschierer (CSU) Bürgermeister. Dieser hat sich unter anderem um den Straßenbau von Parkstein nach Schwand gekümmert und die Siedlung Süd "in Angriff genommen - mit Karl Lukas, das muss man schon sagen", erklärt Sohn Alfons Pschierer.

FW-Antrag abgelehnt

"Das ist in Parkstein extrem: Wenn etwas von der falschen Partei kommt, wird das grundsätzlich abgelehnt", kritisiert Martin Bodenmeier, der wegen der Verwandtschaft und daraus resultierender Befangenheit von der Diskussion um die Straßennamen im Rat ausgeschlossen war. Mehrheitlich entschieden sich die Politiker für den CSU- und gegen den FW-Antrag.

Enttäuscht über das Ergebnis der Abstimmung sei er nicht, sagt Bodenmeier. "Wenn man im Gemeinderat nicht die Mehrheit hat, ist das so." Doch wenn wieder Straßen entstehen und das Gremium über Namen berät, werde die FW-Fraktion erneut ihren Antrag stellen. "Der wird so lange abgelehnt, wie die Mehrheitsverhältnisse anders sind."

Die Gründe, die im Herbst gegen eine Johann-Bodenmeier- und eine Michael-Pschierer-Straße sprachen, will Schiffmann mit Verweis auf die Verlegung in den nicht-öffentlichen Sitzungsteil nicht nennen.

Durch die taktische Verlegung in den geheimen Sitzungsteil wurde bewusst eine öffentliche Diskussion vermieden.Aus der Jahresbilanz der Freien Wähler
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