16.11.2016 - 18:42 Uhr
ParksteinOberpfalz

Kritik an Bauernverband an Haltung zur Stromtrasse „Ruhe der Landwirte“ macht Grüne unruhig

Als "Kreisversammlung" hatten Bündnis 90/Die Grünen ihr Treffen am Dienstagabend im Parksteiner "Bergstüberl" angekündigt. Doch gerade mal sechs Mitstreiter scharten sich am Tisch um Kreissprecher Johann Mayer. Aus der Tagesordnung wurde im Handumdrehen ein "Round-Table-Gespräch", bei dem Mayer vor allem den Bau der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen (HGÜ-Leitungen) kritisch unter die Lupe nahm. Sein Fazit dazu war eindeutig: Die Trasse sei völlig entbehrlich, dezentrale und regionale Stromerzeugung müsse Vorrang haben.

von Walter BeyerleinProfil

Der Kreissprecher hatte in seiner Begrüßung die Zahl der Teilnehmer "sehr überschaubar" genannt, bevor er den Wegfall des Referates von Johannes Neumann zum Breitbandausbau ankündigte. Stattdessen befasste sich Mayer eben mit den HGÜ-Leitungen, die "aus dem fernen Norden" Strom über weite Strecken transportieren sollen. "Es sind reine Transportleitungen", sagte er. In den Plänen dazu würden die sich daraus ergebenden Probleme ausgeklammert. "Wir brauchen die Stromerzeugung und den Netzausbau vor Ort", forderte der Grüne.

Der Erdverkabelung erteilte der Kreissprecher eine Absage. Mindestens würde dafür ein Streifen von 20 bis 25 Meter oberhalb des verlegten Kabels benötigt. Dieser Bereich würde mit chemisch verflüssigter Erde ausgefüllt, die für Wurzelwerk undurchdringlich sei. "Der Streifen ist tot" - resümierte Johann Mayer. Kein Verständnis zeigte der Kreissprecher für die "Ruhe der Landwirte", aber auch nicht für den Bayerischen Bauernverband als deren berufsständige Organisation. Mayer sprach sich für die Notwendigkeit aus, die Meinung zu den HGÜ-Leitungen noch besser zu kommunizieren, weil in zunehmend südlicher Richtung die Betroffenheit darüber abnehme. Es müsse auch deutlich gemacht werden, dass die Leitungen keine Versorgungssicherheit bringen, Kraftwerke in jedem Fall als Ausgleich noch immer notwendig seien. Die Gesprächsrunde im "Bergstüberl" zeigte sich skeptisch, dass der geplante Leitungsverlauf noch zu ändern sei.

Gegen Straßenausabau

Mayer kündigte eine Stellungnahme an den Kreistag an: Er lehne einen weiteren Straßenausbau im Landkreis ab und sehe auch im Bau von Umgehungsstraßen keine Lösung. Die Runde vertrat die Meinung, viel eher müsste der Ausbau des Radwegenetzes vorangetrieben werden. Gleichzeitig seien an Kreuzungspunkten Einrichtungen für kleinere Reparaturen zu schaffen. Insgesamt sei aber ein Verkehrskonzept notwendig, das alle Verkehrswege, ebenso wie den öffentlichen Personennahverkehr, berücksichtigt.

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