06.04.2018 - 20:10 Uhr
ParksteinOberpfalz

Harmonie zwischen Jagdpächter Michael Schiffer und den Parksteiner Jagdgenossen Frieden im Revier

Jagdpächter Michael Schiffer und die Parksteiner Jagdgenossen können recht gut miteinander. Harmonie, besonders bei der Behebung von Wildschäden, wird ganz groß geschrieben.

von Walter BeyerleinProfil

Der Kreis der Jagdgenossen in der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Janner war überschaubar. Ein Zeichen, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand, den Jagdgenossen und Jagdpächter Michael Schiffer mit seinen Mitbegehern funktioniert. Doch das täuscht nicht darüber hinweg, dass die Jagdausübung im Parksteiner Revier schwieriger wird.

Jagdvorstand Martin Busch berichtete, dass Anfang April 2017 eine Begehung des Reviers keine Hinweise auf Wildverbiss gegeben hat. In der Vorstandssitzung im Juni seien die Einnahmen aus der Jagdpacht den Ausgaben gegenübergestellt worden. Letztlich seien 747 Euro übrig geblieben. Es wurde beschlossen, bei entsprechender Antragstellung pro Hektar einen Euro Jagdpachtschilling auszuzahlen. Von dieser Möglichkeit habe nur ein Jagdgenosse Gebrauch gemacht. Die Jagdgenossenschaft hatte nach den Worten des Vorstands drei Wildschäden von zusammen 1460 Euro zu regulieren. Den Betrag übernahmen je zur Hälfte die Jagdgenossenschaft und der Jagdpächter.

Bei der Erneuerung des Jagdkatasters habe sich die jagdbare Fläche aufgrund von Gewerbegebieten um 22 Hektar auf 753 Hektar verkleinert. Die Kosten für das neue Jagdkataster beliefen sich laut Busch mit Gebühren auf 288 Euro. Der Wegebau als Aufgabe der Jagdgenossenschaft soll in diesem Jahr wieder in Angriff genommen werden, sollte dies aus finanzieller Sicht möglich sein.

Schiffer zeigte sich dankbar über die großzügige Regelung bei der Behebung der Wildschäden. "Es wurde nicht um jeden Grashalm gerungen", sagte er. Die gestiegenen Abschusszahlen beim Schwarzwild begründete er mit den vielen engagierten Jägern und dem hohen technischen Aufwand. So seien beispielsweise Maisfelder mit einer Drohne überflogen worden, was aber zu Beschwerden wegen Verletzung der Privatsphäre geführt habe.

Der Abschussplan für Rehwild wurde erfüllt. "Die Bejagung der Rehe wird zunehmend schwerer", sagte Schiffer. Bei der Jagd auf Wildschweine sei die Maisdrückjagd unabdingbar. Diese Drückjagden seien sehr aufwendig. Sie würden im Einzelfall bis zu 900 Euro kosten, der Erlös stünde in keinem Verhältnis, erklärte Schiffer. Klar sprach sich Schiffer gegen Nachtsichtgeräte aus. Es sei vielmehr notwendig, bereits 95 Prozent der "Jugendklasse" der Wildschweine zu erlegen. Nur dann lasse sich der Wildschweinbestand kontrollieren. Hasen und Rebhühner sind im Parksteiner Revier nicht zu bejagen. Die Füchse habe die Jägerschaft "im Griff", als Problem sah Schiffer die Zunahme von Biber, die Anwesenheit von Luchs und die Zunahme des Wolfs. "Wir Jäger sind keine Schadwildbekämpfer", betonte er. Das Wildschweinproblem komme analog auch bei diesen Tieren.

Bürgermeisterin Tanja Schiffmann lobte das ruhige Miteinander zwischen Jagdpächter und Jagdgenossen, das noch vor drei oder vier Jahren so nicht vorstellbar gewesen sei. Jagdvorstand Martin Busch gab bekannt, dass Anträge auf Auszahlung des Jagdpachtschillings für 2018 bis 31. Mai bei ihm einzureichen sind.

Es wurde nicht um jeden Grashalm gerungen.Jagdpächter Michael Schiffer über Wildschäden-Beseitigung

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp