Streitbar und unbequem
Luise Nomayo verstorben

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Parkstein
06.12.2017
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Parkstein/Weiden. So spektakulär und publikumswirksam oft ihre Auftritte waren, so still und leise war ihr Abgang: Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit starb Luise Nomayo nach längerer schwerer Krankheit bereits am 10. Oktober im Weidener Klinikum. Das bestätigte am Mittwoch Ehemann Harry. Die unbequeme Kommunalpolitikerin wurde 76 Jahre alt.

Wie viele Oberpfälzer kämpfte auch Luise Nomayo gegen den geplanten Bau der WAA in Wackersdorf. Für die Teilnahme an einem Blockadefrühstück 1987 flatterte ihr ein Bußgeldbescheid über 600 Mark wegen versuchter gemeinschaftlicher Nötigung ins Haus. Fest davon überzeugt, dass ihr Widerstand gegen die Atomfabrik nichts Unrechtes sei, weigerte sie sich fast acht Jahre lang strikt zu zahlen. Schließlich demonstrierten die Richter im letzten der 3400 WAA-Verfahren die ganze Härte des Gesetzes, ließen die Kommunalpolitikerin am 16. Februar 1995 verhaften und zu einer 14-tägigen Ersatzfreiheitsstrafe ins Gefängnis Regensburg einliefern. Als sie in den Hungerstreik trat, wurde sie nach Aichach verlegt. Ihre Entlassung glich einem Triumphzug.

Für die Grünen war die Hausfrau und vierfache Mutter aus Hammerles im Juni 1993 für Gerda Bäumler in den Neustädter Kreistag nachgerückt. 1996 sprachen ihr die Wähler für weitere sechs Jahre das Vertrauen aus. Von großem Misstrauen beseelt, war es von der ersten Minute an ihr Bestreben, für Transparenz in den Verwaltungsvorgängen im Landratsamt zu sorgen. "Sie war immer gut vorbereitet", erinnert sich der damalige Landrat Simon Wittmann. Aus einem anfangs gespannten Verhältnis habe sich aber im Laufe der Zeit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt.

Die letzten Jahre verlagerte Nomayo ihre Arbeit hauptsächlich nach Weiden. In ihrem Internetportal "Der Weidener" griff sie in ihrer streitbaren Art vor allem lokale Themen auf. 2005 machte sie als Bundestagskandidatin der Linken noch einmal politische Schlagzeilen.
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